US-Regierung irritiert über Gabriels TTIP-Kurs

Die US-Regierung hat der Einschätzung von Wirtschaftsminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel widersprochen, wonach die Verhandlungen über das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP praktisch gescheitert seien.

US-Regierung irritiert über Gabriels TTIP-Kurs
Olivier Hoslet US-Regierung irritiert über Gabriels TTIP-Kurs

«Die Verhandlungen machen in Wahrheit ständige Fortschritte», sagte der Sprecher des US-Handelsbeauftragten Michael Froman dem «Spiegel». Er nannte es nicht überraschend, dass einzelne Kapitel des Abkommens noch nicht förmlich beschlossen sein: «Es liegt in der Natur von Handelsgesprächen, dass nichts vereinbart ist, bis alles vereinbart ist.»

Man halte wie geplant an der nächsten Verhandlungsrunde Mitte September fest, um sich «den Fortschritt genau anzuschauen».

Gabriel hatte am Wochenende die Ansicht vertreten, die Gespräche zwischen Europa und den USA seien «de facto gescheitert».

Frankreich kündigte an, man wolle die EU-Kommission im kommenden Monat auffordern, die TTIP-Verhandlungen zu stoppen. «Es gibt für diese Verhandlungen keine politische Unterstützung Frankreichs mehr», sagte Außenhandels-Staatssekretär Matthias Fekl dem französischen Radiosender RMC.