US-Republikaner beginnen Nominierungsparteitag

Alle vier Tage des Nominierungsparteitages der US-Republikaner werden maßgeblich von Familienmitgliedern Donald Trumps mitgestaltet.

US-Republikaner beginnen Nominierungsparteitag
Jim Lo Scalzo US-Republikaner beginnen Nominierungsparteitag

Das geht aus dem Programm hervor. Der heute beginnende Konvent wird nach den tödlichen Schüssen auf Polizisten in Baton Rouge von großen Sorgen um die Sicherheit begleitet.

In Cleveland im US-Bundesstaat Ohio sind bis Donnerstag rund 50 000 Menschen zu Gast. Der Parteitag soll den hochumstrittenen Donald Trump offiziell zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner küren. Gegner und Befürworter des Immobilienmilliardärs haben viele Demonstrationen angekündigt. 5000 Polizisten sind im Einsatz.

Der heutige Tag stand unter dem Motto «Make America Safe Again». Reden sollten Trumps Frau Melania, außerdem der kurz als möglicher Trump-Vize gehandelte Ex-General Michael Flynn und Iowas Senatorin Joni Ernst. Am Dienstag heißt das Motto «Make America Work Again». Unter den Rednern sind Donald Trump Jr. und Tochter Tiffany, außerdem Ex-Bewerber Ben Carson.

Der Mittwoch soll der Außenpolitik gehören: «Make America First Again». Es sprechen Sohn Eric Trump und der gerade im Rennen um die Position des Vize unterlegene Newt Gingrich, früher Vorsitzender des Repräsentantenhauses in Washington. Höhepunkt des Tages soll die Rede von Mike Pence sein, den Trump als seinen Vize ausgesucht hat.

Am Donnerstag reden zu «Make America One Again» unter anderem Tochter Ivanka Trump und PayPal-Gründer Peter Thiel, US-Investor deutscher Herkunft, bevor Donald Trumps Rede am Abend Höhepunkt und Abschluss des Parteitags ist.

Für den Parteitag gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen. Am Sonntag waren in Baton Rouge (Louisiana) drei Polizisten getötet und drei verletzt worden. Die Stimmung in den USA war bereits vorher wegen des Todes zweier Schwarzer durch Polizeikugeln und fünf ermordeter Polizisten vielerorts sehr angespannt.

In Cleveland kommt verschärfend dazu, dass der Bundesstaat Ohio ein sogenannter «Open Carry State» ist. Das sichtbare Tragen von Waffen kann nicht verboten werden. Vertreter der Polizeigewerkschaft forderten im US-Sender CNN, diese Regelung für den Parteitag aufzuheben. Eine Sprecherin von Gouverneur John Kasich sagte aber, geltendes Recht könne nicht ausgesetzt werden.

Ursprünglich wollte die Stadt eine fast fünf Kilometer große Sperrzone rund um die Quicken Loans Arena errichten, den Ausrichtungsort des Parteitages. Nach Klagen müssen Proteste aber in Sichtweite des Objekts stattfinden.

Im Verlauf des Parteitages werden die seit Februar in den Vorwahlen aller Bundesstaaten ermittelten Delegierten feierlich ihr Votum abgeben. Nimmt Trump ihre Nominierung dann am Donnerstag an, ist er offiziell Präsidentschaftskandidat. Außerdem soll Trumps frisch gebackener Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten gekürt werden, Indianas Gouverneur Mike Pence.

Eine Anti-Trump-Bewegung ist in ihrem Spielraum auf der Convention durch in den letzten Tagen festgelegte Regeln stark eingeschränkt. Ihr werden kaum noch Erfolgschancen zugerechnet.

Vor der Convention und dem darauf folgenden Treffen der Demokraten hält Hillary Clinton in einer Umfrage der «Washington Post» und von ABC News einen Abstand von vier Punkten auf Trump. Einmal mehr bestätigte die Erhebung, dass die Amerikaner noch nie so unzufrieden mit beiden Spitzenkandidaten waren wie in diesem Wahljahr.