US-Staaten verhängen Quarantäne für Ebola-Helfer aus Afrika

Einige Ärzte und Krankenschwestern, die Ebolakranken in Westafrika geholfen haben, müssen sich nach ihrer Rückkehr in die USA zwangsweise einer dreiwöchigen Quarantäne unterziehen.

US-Staaten verhängen Quarantäne für Ebola-Helfer aus Afrika
Us Cbp / Handout US-Staaten verhängen Quarantäne für Ebola-Helfer aus Afrika

Die neue Vorschrift gilt für Ebola-Helfer, die auf dem JFK Flughafen in New York oder dem Newark Liberty International Airport im benachbarten New Jersey landen. Das bestätigte die zuständige Behörde Port Authority am Samstag. Ein dritter US-Bundesstaat, Illinois, will die Maßnahme an Chicagos O'Hare Flughafen übernehmen, berichteten US-Medien am frühen Sonntag.

Sie soll verhindern, dass freiwillige Helfer das tödliche Virus aus den Ebola-Krisenländern Liberia, Guinea und Sierra Leone unbemerkt in die USA einschleusen. Eine Krankenschwester, die am Freitag nach ihrem Einsatz in Sierra Leone in New Jersey gelandet war, übte heftige Kritik an der neuen Vorschrift.

Sie sei erst stundenlang verhört und dann in einem Zelt vor der Uniklinik Newark untergebracht worden. Dort soll sie 21 Tage ausharren, obwohl nach einem CNN-Bericht zwei Bluttests inzwischen ergaben, dass sie frei von Ebola ist. «Die USA müssen rückkehrendes Pflegepersonal würdig und menschlich behandeln», forderte die Frau in einem Beitrag für die Zeitung «Dallas Morning».

Anlass für die verschärfte Einreisebestimmung war die Ebola-Erkrankung eines New Yorker Arztes. Er hatte in Guinea Patienten betreut. Nach seiner Rückkehr in die USA vor einer Woche war er in Manhattan U-Bahn und Taxi gefahren, hatte eingekauft und Bowling gespielt, bevor sich Symptome zeigten und er auf die Isolierstation einer Klinik kam. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hatte jedoch betont: «Es gibt keinen Grund zur Sorge.» Für eine Übertragung genüge es nicht, im selben U-Bahn-Wagen zu sein.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es keine Hinweise darauf, dass sich der Erreger von Mensch zu Mensch über andere Wege als den direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Erkrankten überträgt. Eine Infektion durch winzige Tröpfchen in der Luft, die eingeatmet werden, ist weder bei der aktuellen Epidemie noch bei früheren Ausbrüchen beobachtet worden.

Die Verordnung der drei US-Staaten geht nach einem Bericht des Senders CBS deutlich über die Richtlinien der US-Regierung hinaus. Es sei die bisher schärfste US-Maßnahme im Kampf gegen Ebola. Während die amerikanische Seuchenbehörde CDC lediglich eine freiwillige Quarantäne nach dem Einsatz in Westafrika anordnet, wollen New York, New Jersey und Illinois die Betroffenen bis zu 21 Tage in staatlichen Einrichtungen isolieren.

Die «New York Times» gab am Samstag zu bedenken, dass die lange Zwangs-Isolation es Medizinern noch schwerer mache, sich für einen freiwilligen Hilfseinsatz in Westafrika beurlauben zu lassen. Eine Stellungnahme von Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen lag zunächst nicht vor.