US-Vorwahlkampf: Ton wird schärfer, Rennen enger

Im US-Vorwahlkampf wird nach 20 Abstimmungen das Rennen enger und der Ton schärfer. Bei den Republikanern heißt die Devise weiter: Alle gegen Donald Trump. Der derzeit Führende im Rennen um die Kandidatur kam jetzt bei der US-Armee und beim Nachbarn Mexiko unter Beschuss.

US-Vorwahlkampf: Ton wird schärfer, Rennen enger
Edward M. Pio Roda / Cnn / Hando US-Vorwahlkampf: Ton wird schärfer, Rennen enger

Mark Hertling, ein General der US-Army im Ruhestand, wies Trump deutlich in die Schranken. «Jemand muss ihn daran erinnern, dass dies nicht seine Palastgarde ist», sagte er CNN. Hertling reagierte damit auf Äußerungen des rechtsgerichteten Multimillionärs Trump, er werde der Armee im Zweifel die Folterung von Gefangenen befehlen.

Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto verurteilte Trumps fremdenfeindliche Ausfälle. «Wer schlecht über die Mexikaner spricht, kennt die Mexikaner nicht», sagte der Staatschef in einem am Montag veröffentlichten Interview der Zeitung «El Universal».

Am Wochenende war Trumps Wahlkampfmotor erstmals leicht ins Stottern geraten, nachdem er de facto nur eine von fünf Vorwahlen - die in Kentucky - gewinnen konnte. In Louisiana lag Trump zwar bei den Stimmen knapp vorn, gewann dort aber nicht mehr Delegierte als sein Verfolger Ted Cruz. Der Texaner lag dagegen in Maine und Kansas klar vorn, Puerto Rico gewann der ansonsten enttäuschende Marco Rubio. Cruz konnte nach Delegierten zu Trump etwas aufholen.

Der Immobilienmogul, gegen den das Partei-Establishment in der vergangenen Woche eine beispiellose Kampagne gefahren hatte, führt derzeit mit 391 zu 304 Delegierten vor Cruz. Der Hoffnungsträger der Parteiführung Rubio kommt auf 154. Für die Nominierung auf dem Parteitag in Cleveland im Juli sind 1237 Delegierte notwendig.

Am Dienstag stehen schon die nächsten Vorwahlen an. Die Republikaner wählen in Hawaii, Idaho, Michigan und Mississippi. Trump gilt laut Umfragen weiter als Favorit. Insgesamt geht es um 150 Delegierte.

Bei den Demokraten wird am Dienstag nur in den Staaten Mississippi und Michigan gewählt. In der Partei des Präsidenten Barack Obama hatte zuletzt der Linke Bernie Sanders Achtungszeichen setzen können, indem er die Vorwahlen in den Staaten Maine, Kansas und Nebraska für sich entschied.

Die Favoritin und ehemalige Außenministerin Hillary Clinton gewann dagegen in dem großen Staat Louisiana klar. Sie führt nach Delegierten weiterhin deutlich und hat die Unterstützung ihrer Parteiführung.

Von weichenstellender Bedeutung für die Präsidentschaftskandidaturen sowohl der Demokraten als auch der Republikaner könnte der Vorwahltermin am 15. Februar sein: Dann stehen bei den Republikanern 367 und bei den Demokraten 792 Delegierte zur Debatte. Dabei wird in den großen Bundesstaaten Florida, Missouri und Ohio nach dem Prinzip «The Winner takes all» (Der Sieger bekommt alles) gewählt. Dies bedeutet, dass der Bewerber mit den meisten Stimmen alle Delegierte des Staates bekommt; Unterlegene gehen selbst dann leer aus, wenn das Ergebnis knapp ist.