USA kritisieren Chamenei-Äußerung im Atomkonflikt

Vor dem Hintergrund der Genfer Atomgespräche mit dem Iran haben die USA deutliche Kritik an der Führung in Teheran geübt. Das Washingtoner Außenministerium wies Israel-feindliche Äußerungen des obersten Führers des Irans zurück.

USA kritisieren Chamenei-Äußerung im Atomkonflikt
epa Taherkenareh USA kritisieren Chamenei-Äußerung im Atomkonflikt

Die Worte von Ajatollah Ali Chamenei seien «nicht hilfreich», sagte Jennifer Psaki, Sprecherin des State Department. Chamenei hatte Israel einen «tollwütigen Hund» genannt. Wörtlich sagte er: «Es gibt Drohungen von Feinden des Irans, darunter aus dem unreinen und üblen Mund eines tollwütigen Hundes in der Region, d.h. dem des zionistischen Regimes.»

Gleichzeitig warnte Chamenei in einer Rede vor Zugeständnissen bei den Genfer Verhandlungen über «rote Linien» hinaus, meldete die Nachrichtenagentur Fars. Dazu zählte er das Recht des Landes auf ein friedliches Atomprogramm.

Dennoch herrscht überwiegend vorsichtiger Optimismus. «Wir glauben weiterhin, dass die Gesprächspartner in gutem Glauben verhandeln», sagte Psaki. Man hoffe, auf diplomatischem Wege weiterzukommen. Auch US-Außenminister John Kerry sei bereit, nach Genf zu reisen, wenn er dort helfen könne.

Unterhändler der fünf UN-Vetomächte USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich sowie Deutschlands (5+1) und Vertreter der Islamischen Republik tagen für mehrere Tage in Genf, um eine Übergangslösung für die Zukunft des iranischen Atomprogramms zu finden.

Nach dem vorliegenden Vorschlag soll Teheran zunächst Teile seines Programms auf Eis legen, insbesondere die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent und den Bau eines Plutonium-Reaktors. Dafür werden Teheran Erleichterungen bei Wirtschaftssanktionen in Aussicht gestellt. Zuversichtlich äußerte sich auch der russische Präsident Wladimir Putin. Er hoffe, dass in nächster Zeit eine Lösung gefunden werde, sagte Putin am Mittwochabend nach einem Treffen mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax.

Dagegen äußerte sich Netanjahu deutlich zurückhaltender. Auch Israel wolle eine friedliche, diplomatische Entscheidung. «Aber die Lösung muss nachhaltig und realisierbar sein», forderte er. Dies gelte für das iranische Atomprogramm ebenso wie für die syrischen Chemiewaffen. Israel mahnt den Westen bei den Atomgesprächen seit längerem zur Vorsicht.

Die Verhandlungen mit dem Iran schleppen sich seit Jahren ohne Ergebnis dahin. Erst seit Amtsantritt des neuen iranischen Präsidenten Hassan Ruhani im Sommer gibt es Bewegung.

Der Westen fürchtet, dass der Iran unter dem Deckmantel seines Atomprogramms Nuklearwaffen anstrebt. Teheran bestreitet das kategorisch.