USA sehen «Fortschritte» im Anti-IS-Kampf

Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) um die nordsyrische Grenzstadt Kobane zeigt sich die US-Regierung erstmals vorsichtig optimistisch. «Tatsächlich gibt es da einige Fortschritte», sagte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel in der chilenischen Hauptstadt Santiago.

Der Kampf zur Zerstörung der Terrormiliz werde aber lang und schwer sein und die Lage sei weiterhin «gefährlich», fügte er hinzu. Die USA würden weiterhin «alles tun, was mit Luftangriffen möglich ist», um die Dschihadisten aus der Grenzstadt zur Türkei zurückzudrängen.

Die erbitterten Kämpfe zwischen Kurden und Dschihadisten dauerten am Sonntag an. Augenzeugen berichteten von der türkischen Grenze aus von massiven Rauchsäulen, die nach einem Luftschlag über der Stadt aufstiegen. Die oppositionsnahen syrischen Menschenrechtsbeobachter berichteten am Sonntag von drei Luftangriffen der internationalen Anti-IS-Allianz auf Ziele im Süden und Osten von Kobane.

Die Militärchefs des Bündnisses gegen den IS wollen von Montag an bei einem Treffen auf höchster Ebene über ihre Strategie in Syrien und im Irak diskutieren. Dazu hat US-Generalstabschef Martin Dempsey mehr als 20 Kollegen eingeladen. Die Gespräche sollen am Abend mit einem gemeinsamen Abendessen beginnen und am Dienstag am Militärstützpunkts Andrews bei Washington fortgesetzt werden. Auch die geplante Mission zur Ausbildung und Ausrüstung von als gemäßigt geltenden syrischen Rebellen dürfte dabei Thema sein. Es ist das erste Treffen auf dieser Ebene seit Beginn der Luftschläge im Irak Anfang August.

Medienberichten zufolge würden sich die USA ein Eingreifen türkischer Bodentruppen zum Schutz von Kobane wünschen. Türkische Panzerverbände stehen an der Grenze in Sicht- und Schussweite der Kurdenstadt. Die Regierung in Ankara hat aber klargemacht, dass sie im Alleingang keine potenziell verlustreiche Bodenoffensive gegen den IS beginnen will. Ein ungenannter hochrangiger US-Regierungsvertreter kritisierte diese Zurückhaltung kürzlich in der «New York Times»: «So handelt kein Nato-Verbündeter, während einen Steinwurf von der Grenze entfernt die Hölle ausbricht.»

Die britische Armee hat inzwischen eine Sondereinheit von Soldaten auf irakischem Boden. Es handele sich um «ein kleines Team von Spezialisten», teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Sie arbeiteten nahe der Front zwischen kurdischen Truppen und Kämpfern der IS-Terrormiliz. Damit bestätigte das Ministerium seit längerem kursierende Spekulationen. Aufgabe der Soldaten sei es, kurdische Peschmerga-Kämpfer im Umgang mit schweren Maschinengewehren zu trainieren. An Kampfhandlungen nähmen die Briten nicht teil.