USA verteidigen Überraschungscoup gegen Terroristen in Libyen

Die USA haben die Gefangennahme des Top-Terroristen Abu Anas al-Libi in Libyen als legal und angemessen verteidigt.

Er werde nun ein ordentliches Gerichtsverfahren bekommen und sich verteidigen können, sagte US-Außenminister John Kerry am Montag am Rande des Gipfeltreffens der Pazifikanrainerstaaten (Apec) auf der indonesischen Insel Bali.

Der 49 Jahre alte Al-Kaida-Mann, der wegen der Anschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania im Jahr 1998 international gesucht wurde, war am Wochenende mitten in der Hauptstadt Tripolis von Eliteeinheiten gefasst worden. Der Computerexperte war einer der meistgesuchten Terroristen weltweit. US-Experten erhoffen sich von ihm Insider-Informationen über das Terrornetzwerk Al-Kaida.

«Menschen, die Terroranschläge verübt haben und angeklagt sind, müssen wissen, dass die USA alles in ihrer Macht Stehende tun werden - alles, was legal und angemessen ist - um das Gesetz durchzusetzen», sagte Kerry weiter. Washington und Tripolis berieten sich regelmäßig über Sicherheitsfragen und etwaige Anti-Terror-Einsätze.

Die libysche Übergangsregierung hatte die Aktion als Entführung bezeichnet und Aufklärung verlangt. Regionale Medien berichteten am Montag allerdings, dass an der Gefangennahme al-Libis auch Libyer beteiligt gewesen sein sollen.

Die Ehefrau schilderte dem Nachrichtensender Al-Dschasira zufolge, Maskierte hätten ihren Mann vor dem Haus überwältigt, als er in seinem Auto gesessen habe. Einige von ihnen hätten Arabisch mit libyschem Dialekt gesprochen.

Nach Informationen der «New York Times» wurde Al-Libi auf das Schiff der US-Marine «U.S.S San Antonio» im Mittelmeer geschafft. Zur weiteren Strafverfolgung werde er voraussichtlich nach New York gebracht.

Pentagon-Sprecher George Little hatte zuvor im Kurzmitteilungsdienst Twitter geschrieben, al-Libi werde von US-Militärs an einem sicheren Ort außerhalb Libyens festgehalten.

In Libyen blieben größere Proteste gegen die Verschleppung des Terroristen zunächst aus, obwohl viele Menschen durch den Einsatz die staatliche Souveränität ihres Landes verletzt sehen.

Al-Libi war einer der meistgesuchten Terroristen. Im Jahr 2000 war er von einem Gericht in New York wegen seiner Schlüsselrolle bei den Anschlägen auf die US-Botschaften in Nairobi (Kenia) und Daressalam (Tansania) angeklagt worden. Bei den zeitgleichen Anschlägen im Jahr 1998 waren nach Angaben des US-Kongresses 224 Menschen getötet und Tausende verletzt worden. Wenige Tage vor dem Zugriff der Amerikaner hatten internationale Medien berichtet, al-Libi lebe von den Behörden unbehelligt in Tripolis.