USA: Keine Hinweise auf IS-Kämpfer an Kampfjets

Die USA haben keine Hinweise, dass Extremisten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sich für Einsätze mit Kampfflugzeugen rüsten.

USA: Keine Hinweise auf IS-Kämpfer an Kampfjets
Tolga Bozoglu USA: Keine Hinweise auf IS-Kämpfer an Kampfjets

«Uns ist nicht bekannt, dass IS irgendwelche Kampfjets aus dem Irak erobert hat», sagte die Sprecherin im US-Außenamt, Marie Harf, am Freitag. Entsprechende Berichte könne sie zurzeit nicht bestätigen. Auch bei der Frage nach einer möglichen Flugverbotszone über Syrien habe sich die Haltung Washingtons nicht geändert: «Das ist derzeit nicht Teil unserer militärischen Pläne.»

Zuvor hatten oppositionsnahe syrische Menschenrechtsbeobachter berichtet, dass sich die Dschihadisten in Aleppo nun auch für Einsätze mit Kampfflugzeugen rüsteten. Ehemalige irakische Armeeoffiziere bildeten IS-Kämpfer derzeit aus, hieß es. Drei Kampfflugzeuge - vermutlich ältere MiG 21 und 23 aus russischer Fertigung - sollen sich auf einem Militärflugfeld in der nördlichen Provinz Aleppo befinden.

Die Aktivisten berichten unter Berufung auf Einwohner der Region, dass mindestens ein solches Flugzeug im Tiefflug gesehen wurde.

US-Kampfjets haben ihre Luftschläge gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nahe der umkämpften syrischen Kurdenstadt Kobane fortgesetzt. Seit Donnerstag seien sechs Angriffe geflogen worden, teilte das US-Kommando (Central Command/CENTCOM) am Freitag in Tampa (Florida) mit. Es seien mehrere Gebäude, Kampfstellungen sowie Fahrzeuge der IS getroffen worden.

Bei einem weiteren Luftschlag in der Nähe von Schadadi wurden Öltanks und -pumpen getroffen, hieß es weiter. Der IS nutzt Öleinnahmen, um sich militärische Ausrüstung und Waffen zu kaufen. Zudem habe es Luftangriffe von Verbündeten im Irak gegeben.

CENTCOM-Chef General Lloyd Austin betonte in Washington, die Angriffe auf IS-Einheiten zeitigten erste Erfolge. So würden sich die Milizen «nicht mehr in großen Konvois im Land bewegen», sagte Austin. Dies verringere ihre Bewegungsfreiheit und ihre militärische Koordination. Allerdings machte Austin klar, dass er nicht mit einem raschen Sieg gegen die Terrormilz rechne. «Das wird Zeit brauchen.»

Der UN-Sicherheitsrat rief die internationale Gemeinschaft auf, den Irak stärker beim Kampf gegen die Terrormiliz zu unterstützen. In der am Freitag in New York veröffentlichten Erklärung betonte das Gremium, dass die Terrormiliz besiegt werden müsse.

Die Terrormiliz verliert in Kobane an Boden. Mit Hilfe von Luftangriffen der internationalen Koalition drängten kurdische Kämpfer die Dschihadisten am Freitag weiter zurück. Der Vize-Sprecher für auswärtige Angelegenheiten in Kobane, Idris Nassan, sagte, die Dschihadisten hätten noch 15 bis 20 Prozent des Ortes unter Kontrolle. Vor einer Woche war von etwa 40 Prozent die Rede. Kurdische Aktivisten warnten jedoch, die sunnitischen Extremisten brächten Verstärkung in die Stadt an der Grenze zur Türkei.

Ismet Hassan vom Verteidigungsrat in Kobane sagte der dpa, IS-Einheiten aus den Städten Rakka, Dair as-Saur, Dscharabulus und Manbidsch kämen den Extremisten zu Hilfe. Er wies dabei Meldungen zurück, wonach die kurdischen Volksschutzeinheiten Nachschub erhalten hätten. Der kurdische Aktivist Farhad Schami sagte, dass es in der Nacht zum Freitag neue IS-Angriffe auf kurdische Kämpfer im Osten und Süden der Stadt gegeben habe, die jedoch zurückgeschlagen worden seien. Die IS-Miliz hatte Anfang September ihren Vormarsch auf die Kurdenenklave Kobane (Arabisch: Ain al-Arab) begonnen.