Uwe Seeler wünscht sich «mehr Herzlichkeit»

Das Hamburger Fußball-Idol Uwe Seeler findet die heutige Welt zu ruppig und viele Leute allzu selbstbezogen.

Uwe Seeler wünscht sich «mehr Herzlichkeit»
Maja Hitij Uwe Seeler wünscht sich «mehr Herzlichkeit»

«Viele Menschen kennen nur drei Buchstaben. I-c-h. Ich befürchte, wir haben eine ganz einfache Begabung verloren: uns ganz einfach des Lebens zu erfreuen», sagte der 76-Jährige dem «Hamburger Abendblatt».

«Was wir dringend brauchen, zumindest ein bisschen mehr, ist Herzlichkeit und Freundlichkeit», forderte der Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft.

«Wir erleben jeden Tag die traurige Wahrheit: Radfahrer fahren oft, wie sie wollen. Autos parken auf dem Fußweg. Auf der Autobahn wird brutal die Vorfahrt erzwungen.» Auch lese und höre man täglich von Attentaten, Terrorismus oder Rowdytum.

Der bodenständige Ex-Stürmer, der beim Hamburger SV das Sinnbild für Vereinstreue war, hat einen Tipp zur Besinnung: «Wir sollten wieder etwas bescheidener und einfacher werden. Besserwisser und Wichtigtuer brauchen wir nicht. Bei aller Wertschätzung für Wissen und Können - es geht nicht ohne Gefühle.»

Seeler wird am Samstag beim 32. Sportpresseball in Frankfurt/Main als «Legende des Sports» ausgezeichnet - und der Familienmensch weiß, wie viel er seiner Frau Ilka zu verdanken hat. «Ich bin dem lieben Gott sehr dankbar, dass er mir diesen Menschen geschenkt hat.» Ilka, mit der er nun mehr seit 54 Jahren verheiratet ist, habe in Wahrheit auch die Hosen an im Hause Seeler: «Ich entscheide die großen Dinge und meine Frau die kleinen. Welche Dinge groß und welche klein sind, entscheidet Ilka.»