Deutschland mit zeitkritischer Kunst bei Biennale

Deutschland stellt sich bei der 56. Kunstbiennale in Venedig mit kritischen Arbeiten zu den Krisen der Gegenwart vor. Kurator Florian Ebner hat den Deutschen Pavillon zu einer imaginären Fabrik umgestaltet, die sich mit Flüchtlingen, Arbeitslosigkeit und der Allmacht der Medien auseinandersetzt.

Vertreten sind die drei deutschen Künstler Hito Steyerl, Tobias Zielony und Olaf Nicolai sowie das in Kairo lebende internationale Künstlerduo Jasmina Metwaly und Philip Rizk.

Europa-Staatsminister Michael Roth hob bei der Eröffnung des Pavillons am Donnerstag in Venedig das deutsche Interesse am internationalen Kulturdialog hervor. «Kunst sollte nicht nur das Ziel haben, dekorativ und gefällig zu sein. Kunst sollte intervenieren und dazu anregen, sich mit den grundlegenden Fragen des Lebens und des Weltgeschehens auseinanderzusetzen», sagte er. Im Deutschen Pavillon sei das eindrucksvoll und innovativ gelungen.

Offiziell wird die Biennale am Samstag mit der Vergabe der Goldenen Löwen eröffnet. Deutschland hat als bisher einziges Land drei Mal die renommierte Auszeichnung erhalten. An der 56. Ausgabe des weltweit wichtigsten Schau für zeitgenössische Kunst beteiligen sich 89 Nationen mit eigenen Länderbeiträgen.

Die von Kurator Okwui Enwezor verantwortete Hauptschau steht unter dem Motto «All the World's Futures». Sie zeigt Arbeiten von 163 Künstlern aus 53 Ländern. Der deutsche Beitrag entstand im Auftrag des Auswärtigen Amts und wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Auslandsbeziehungen realisiert. Die Biennale geht bis zum 22. November.