Verband: Urlauber besuchen Ziele nach Anschlägen bald wieder

Der Deutsche Reiseverband rechnet mit einer baldigen Erholung des Tourismus in den Ländern, die zuletzt Ziele von Terroranschlägen waren.

Verband: Urlauber besuchen Ziele nach Anschlägen bald wieder
Soeren Stache Verband: Urlauber besuchen Ziele nach Anschlägen bald wieder

Das gelte besonders für die Türkei, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands, Norbert Fiebig, zum Auftakt der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin. Die weltgrößte Reisemesse wird in diesem Jahr zum 50. Mal ausgerichtet. Etwa 10 000 Aussteller aus 187 Ländern und Regionen präsentieren bis Sonntag ihre Produkte und Trends.

Fiebig zeigte sich überzeugt, dass der Einbruch bei den Buchungszahlen nach den Anschlägen in Istanbul und Ankara nur vorübergehend sei: «Es gibt eine große Fangemeinde der Türkei in Deutschland.» Die Erfahrung zeige, dass sich solche Reiseziele «relativ kurzfristig wieder der alten Beliebheit erfreuen».

Im vergangenen Jahr reisten 38 Millionen Touristen in die Türkei, davon kamen 5,5 Millionen aus Deutschland. Bis Ende Januar lagen die Buchungszahlen um 40 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Seit zwei Wochen geht es nach Angaben Fiebigs aber wieder aufwärts.

Auch die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin spürt die Folgen von Anschlägen in der Türkei und in Nordafrika. Die Nachfrage nach Flügen in diese Regionen sinke leicht, Urlauber wichen auf andere Ziele aus. «Wir haben umgehend auf die rückläufige Nachfrage in einigen Märkten reagiert und Kapazitäten in die Karibik und die Balearen verlagert», betonte Air-Berlin-Vorstandschef Stefan Pichler. Air Berlin brachte im Februar gut 1,7 Millionen Fluggäste ans Ziel, 6,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Die Lufthansa-Billigflugtochter Eurowings kündigte auf der ITB an, in diesem Jahr rund 700 Mitarbeiter einzustellen. Es sollen vor allem Flugbegleiter und Piloten sein, sagte Lufthansa-Vorstand und Eurowings-Chef Karl Ulrich Garnadt. Er bekräftigte das Ziel, Eurowings «in ein paar Jahren» zum drittgrößten Billigfluganbieter in Europa hinter Ryanair und Easyjet zu machen. Nach «holprigen Anfängen» laufe der Flugbetrieb auf der Langstrecke mit Zielen in Thailand und der Dominikanischen Republik inzwischen reibungslos. Bis Jahresende soll die Flotte der Langstreckenmaschinen Airbus A330 von zwei auf sechs erhöht werden.