Verbraucherpreise im Euroraum fallen erstmals seit Krisenjahr 2009

Erstmals seit der schweren Wirtschaftskrise 2009 sind die Verbraucherpreise in der Eurozone im Jahresvergleich gefallen.

Im Dezember habe das Preisniveau um 0,2 Prozent niedriger gelegen als im Vorjahresmonat, teilte das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mit. Damit wurde eine erste Schätzung bestätigt. Experten machen vor allem die deutlich gefallenen Rohölpreise für den Rückgang verantwortlich. Im November hatte die Inflationsrate noch bei plus 0,3 Prozent gelegen.

Besonders deutlich waren die Rückgänge in den südeuropäischen Ländern Griechenland (minus 2,5 Prozent), Spanien (minus 1,1 Prozent) und Zypern (minus 1,0 Prozent). In Deutschland stiegen die Preise leicht um 0,1 Prozent. Zum Zweck der Vergleichbarkeit wird von Eurostat der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) berechnet.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den gesamten Euroraum eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Dieses Ziel verfehlt sie seit Anfang 2013. Auch in den nächsten beiden Jahren dürfte die Inflationsrate laut EZB unter diesem Ziel bleiben. Die meisten Experten erwarten daher, dass die Notenbank bereits auf ihrer kommenden Sitzung am 22. Januar breit angelegte Staatsanleihekäufe beschließen wird.