Verbraucherschützer hassen «Like»-Button - Urteil erwartet

Über eine Klage von Verbraucherschützern wegen des «Gefällt mir»-Buttons von Facebook verkündet heute das Düsseldorfer Landgericht seine Entscheidung.

Verbraucherschützer hassen «Like»-Button - Urteil erwartet
Marc Tirl Verbraucherschützer hassen «Like»-Button - Urteil erwartet

Die Verbraucherzentrale NRW hatte gegen den Bekleidungshändler Peek & Cloppenburg Klage eingereicht, weil das soziale Netzwerk schon beim Aufrufen von Websites Daten über das Surfverhalten des Kunden bekomme. Der Nutzer erfahre aber von der Verwertung seiner Daten für Werbezwecke nichts und müsse dafür nicht einmal bei Facebook registriert sein.

Den «Like»-Button können beispielsweise Unternehmen auf Websites platzieren. Damit setzt Facebook sogenannte Cookies auf die Rechner der Seitenbesucher, selbst wenn sie nicht bei Facebook registriert sind, heißt es bei der Verbraucherzentrale. Das widerspreche deutschen und europäischen Datenschutzstandards, die eine Weitergabe stets nur mit ausdrücklicher Einwilligung der Nutzer erlaubten.

Insgesamt hatte die Verbraucherzentrale NRW sechs Unternehmen wegen des «Like»-Buttons abgemahnt. Klage wurde auch gegen das Bonus-System Payback eingereicht (Landgericht München), das Verfahren läuft noch. Das Hotelportal HRS und der Tickethändler Eventim hatten Unterlassungserklärungen abgegeben.

Der Nivea-Anbieter Beiersdorf nutzt die Funktion dem Anwalt der Verbraucherzentrale zufolge nicht mehr. Der Discounter Kik verwende mittlerweile eine andere technische Lösung, mit der keine automatische Übermittlung von Daten erfolge. Bei Peek & Cloppenburg geht es um die Website Fashion ID (Az. 12O 151/15).