Verdächtiger Flughafen-Koffer enthielt nur Back-Zutaten

Der verdächtige Koffer vom Düsseldorfer Flughafen hat harmlose Back-Zutaten enthalten. Vor einer Woche hatte das Gepäckstück einen Großalarm an Deutschlands drittgrößtem Flughafen ausgelöst.

Bei Analysen des Landeskriminalamts entpuppte sich der Inhalt als neun Kilogramm Mehl und eine Gewürzmischung, wie ein Polizeisprecher am Dienstag sagte. Polizeispezialisten hatten zunächst in dem Koffer eine Bombe vermutet. Der Flughafen wurde geräumt, der Flugverkehr umgeleitet.

Doch das Pulver in mehreren Paketen war kein Sprengstoff und das Kabel eines vermeintlichen Zünders entpuppte sich als Handy-Ladekabel. Dann hatte ein Schnelltest Drogen - genauer: Amphetamine - angezeigt. Doch auch der Drogenverdacht hatte sich bald verflüchtigt.

Nun prüfen die Ermittler, ob sie überhaupt noch eine rechtliche Grundlage haben, um eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem Kofferbesitzer einzuleiten. Dabei ist das Gepäckstück ausgesprochen auffällig: Er zeigt das Londoner Wahrzeichen Big Ben und einen knallroten Doppeldeckerbus.

Drei Theorien sind im Umlauf, warum der Koffer im zentralen Terminal abgestellt wurde. Erstens: Der Unbekannte wollte Chaos auslösen. Einen ähnlichen Fall hatte der Düsseldorfer Flughafen vor einigen Jahren, als eine Studentin Bombendrohungen absetzte, weil sie nicht mehr mit ihrem Freund in Urlaub fliegen wollte.

Zweite Version: Ein Drogendealer führt einen anderen mit wertlosem «Stoff» hinters Licht oder versucht dies zumindest. Die «Ware» wird einfach stehen gelassen. Dritte Version: Drogendealer wollen einen neuen Schmuggelweg oder einen neuen Schmuggler testen und beladen den Koffer als «Testballon», der im Airport stehenbleibt. Seit Dienstag dürfte allerdings auch eine vierte Version nicht mehr auszuschließen sein: Dass ein Reisender seinen Trolley samt «Backmischung» schlicht vergessen hat.

Mehr als 10 000 Passagiere waren in der vergangenen Woche von dem Großeinsatz betroffen. 140 Flüge waren ausgefallen. Weitere Maschinen wurden umgeleitet oder konnten nur verspätet starten und landen. Spezialkräfte beschossen das Gepäckstück mit einem Wassergewehr und öffneten es schließlich.