Verdächtiger Vater nach Tod von 16-Jähriger in U-Haft

Der Vater einer mit 40 Messerstichen getöteten Jugendlichen aus Bad Homburg sitzt in U-Haft. Der 40-Jährige habe sich am Dienstagabend stellen wollen und sei betrunken und übernächtigt vor der Dienststelle in Bad Homburg festgenommen worden, berichtete die Staatsanwaltschaft.

Ein Richter erließ am Mittwochnachmittag Haftbefehl, wie die Polizei berichtete. Der Beschuldigte habe sich nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die 16-Jährige war am Montagabend tot in dem Haus ihres Vaters gefunden worden. Die Leiche lag im Keller des Mehrfamilienhauses, versteckt unter Kartons.

Das Mädchen sei offensichtlich verblutet, berichtete Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu nach der Obduktion. Ein Stich sei der 16-Jährigen von hinten in die Lunge zugefügt worden, alle anderen von vorne - darunter mehrere in den Hals. Zu einem möglichen Motiv machten die Ermittler keine Angaben. Die getötete Jugendliche wohnte zusammen mit ihrer elf Jahre alten Schwester beim Vater. Ein Familiengericht hatte dies auf Wunsch der Mädchen bestimmt. Die Elfjährige habe ihre Schwester am Mittwochmorgen zuletzt gesehen und von der Tat ersten Ermittlungen zufolge nichts mitbekommen. Die Mutter lebt zusammen mit einem vierjährigen Sohn im Frauenhaus.

Das Jugendamt hatte den Vater am Montag angerufen, weil die 16-Jährige seit Donnerstag nicht mehr in der Schule war. Daraufhin sei der Mann verschwunden und in die Niederlande geflüchtet, am Dienstag aber in die Taunus-Gemeinde zurückgekehrt. Die Mutter hatte nach dem Verschwinden des Mannes ihre Tochter gesucht. Ein Familienangehöriger fand am Abend die Leiche des Mädchens. Der Vater soll den Ermittlungen zufolge am Mittwoch seiner Frau telefonisch vom Tod der Tochter berichtet haben. Sie glaubte ihm jedoch nicht. Als sie den Vater und die Töchter am Wochenende besuchte, traf sie die 16-Jährige nicht an. Der Vater hatte gesagt, sie sei bei Freunden in Hanau.