Verdi droht Amazon mit Streiks im Weihnachtsgeschäft

Im Kampf um einen Tarifvertrag für die deutschen Mitarbeiter beim Online-Versandhändler Amazon droht Verdi mit weiteren Streiks im wichtigen Weihnachtsgeschäft.

Verdi droht Amazon mit Streiks im Weihnachtsgeschäft
Uwe Zucchi Verdi droht Amazon mit Streiks im Weihnachtsgeschäft

Die Gewerkschaft plane die Proteste auf alle Amazon-Standorte bundesweit auszuweiten, berichtet die «Welt am Sonntag». Der US-Versandriese müsse mit weiteren Streiks rechnen, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger der «WamS»: «Unsere Aktionsfähigkeit kann auf alle Standorte übergreifen.»

Weitere Standorte für Streiks neben Leipzig und Bad Hersfeld seien in Planung. «Wir werden uns auf Tage konzentrieren, die das Geschäft besonders stören und die Streiks auch miteinander vernetzen», sagte Nutzenberger, Leiterin des Fachbereichs Handel.

Seit Mai streiken Amazon-Beschäftigte immer wieder in Deutschland. Bislang am größten deutschen Standort im osthessischen Bad Hersfeld und in Leipzig. Tarifverhandlungen lehnt Amazon ab. Die Gewerkschaft will ein Bezahlung nach dem Versandhandelstarif erzwingen, Amazon hingegen nur den niedrigeren Tarif für Logistik anwenden.

Amazon-Deutschlandchef Ralf Kleber sagte der «Welt am Sonntag»: «Warum sollten wir Tarifverhandlungen beginnen? Davon würde nur die Gewerkschaft profitieren. Amazon zahlt in der Logistik-Branche bereits überdurchschnittlich, und wir stehen in einem direkten Dialog mit unseren Arbeitnehmern - dafür benötigen wir Verdi nicht.»