Verdi macht weiter Druck bei Amazon

Kurz vor dem Start des wichtigen Weihnachtsgeschäfts hat die Gewerkschaft Verdi zu einer erneuten Streikwelle bei Amazon aufgerufen.

Nach Angaben der Gewerkschaft legten am Montag Beschäftigte an fünf Standorten des Versandhändlers die Arbeit nieder. Betroffen waren die Verteilzentren in Bad Hersfeld, Leipzig, Graben bei Augsburg sowie Werne und Rheinberg (beide NRW). Nach Angaben der Gewerkschaft streikten mehrere hundert Beschäftigte.

Verdi hatte in Bad Hersfeld, Leipzig, Graben und Rheinberg bis einschließlich Mittwoch zum Ende der Spätschicht zum Streik aufgerufen, in Werne soll bis einschließlich Dienstag zum Ende der Spätschicht gestreikt werden.

Am größten deutschen Amazon-Versandstandort in Bad Hersfeld beteiligten sich Hunderte Mitarbeiter am Arbeitsausstand: «Der Streik ist gut angelaufen. Wir rechnen am Montag mit 400 bis 600 Streikenden», sagte Mechthild Middeke, Verdi-Gewerkschaftssekretärin für Amazon Bad Hersfeld.

Ein Tarifvertrag stehe nach wie vor auf der Tagesordnung. «Mit der in diesem Jahr gezahlten «freiwilligen» Lohnerhöhung von Amazon von 2,2 Prozent wollen sich die Beschäftigten nicht zufrieden geben», sagte sie.

Verdi hatte zuvor bereits mehrere Amazon-Standorte bestreikt und mit Arbeitskampfmaßnahmen im wichtigen Weihnachtsgeschäft gedroht. Amazon betonte, die Ausstände hätten keine Auswirkungen auf die «Einhaltung des Lieferversprechens» an die Kunden. Die große Mehrheit der Mitarbeiter habe regulär gearbeitet.

Die Gewerkschaft versucht seit mehr als einem Jahr, den Online-Versandhändler mit Streiks zu Tarifverhandlungen zu den Bedingungen des Einzelhandels zu bewegen. Amazon lehnt das jedoch ab und sieht sich selbst als Logistiker. Das Unternehmen beschäftigt an bundesweit neun Standorten mehr als 9000 Mitarbeiter.