Vergewaltigungsprozess gegen Krankenpfleger beginnt

Ein Krankenpfleger soll in zwölf Fällen wehrlose Mädchen auf der Kinderstation des Klinikums Hildesheim betäubt und sexuell missbraucht haben. Zum Auftakt des Vergewaltigungsprozesses wurde die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen.

Es gehe um schutzwürdige Interessen des Angeklagten und vor allem der Tatopfer, begründete der Vorsitzende Richter im Landgericht Hildesheim.

Der 36-Jährige soll auch achtmal junge Frauen in Privatwohnungen mit einer Spritze betäubt und sich dann an ihnen vergangen haben. Der Pfleger werde ein umfassendes Geständnis ablegen, kündigte sein Verteidiger an.

Die Polizei war dem mutmaßlichen Serien-Sextäter auf die Spur gekommen, nachdem ihn eine junge Frau zunächst nur wegen Missbrauchs von Titeln angezeigt hatte. Der 36-Jährige hatte sie in einer Celler Diskothek angesprochen und sich als Arzt ausgegeben, der ihr zu Schulungszwecken Blut abnehmen wolle.

Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Mannes entdeckten die Ermittler Videos und Fotos von sexuellen Übergriffen aus dem Zeitraum von 2009 bis Januar 2013. Die Opfer in der Klinik waren einem Gerichtssprecher zufolge zwischen 10 und 15 Jahre alt. Der Pfleger sitzt seit März in Untersuchungshaft. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe.