Verkehr nach Orkantief «Christian» weiter gestört

Nach Orkantief «Christian» müssen Bahnfahrer in Norddeutschland mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen. Im Fernverkehr bleibt die Strecke zwischen Hamburg und Kiel vorerst gesperrt, wie eine Sprecherin der Bahn in der Nacht mitteilte.

Verkehr nach Orkantief «Christian» weiter gestört
Paul Weidenbaum Verkehr nach Orkantief «Christian» weiter gestört

Daneben soll die Strecke der Nord-Ostsee-Bahn zwischen Hamburg und Niebüll bis zum Mittag nicht befahrbar sein, wie das Unternehmen mitteilte.

Zu Behinderungen dürfte es vor allem auch im Bahn-Nahverkehr kommen. In Schleswig-Holstein entfallen unter anderem die Züge zwischen Kiel und Flensburg sowie Neumünster und Flensburg. In Niedersachsen ist etwa die Strecke zwischen Bremen und Oldenburg betroffen. Wann die Züge wieder normal fahren, werde sich im Laufe des Vormittags entscheiden, sagte die Bahn-Sprecherin. Das Unternehmen will Ersatzbusse einsetzen.

Insgesamt entspannte sich die Wetterlage in Norddeutschland. «Es ist zwar noch windig, aber einsatzmäßig ist nichts mehr vorhanden», sagte etwa Lars Klevinghaus von der Polizei Friesland.

Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern blieben derweil von einer Sturmflut verschont. Auch Hamburg kam glimpflich davon. In St. Pauli stieg das Wasser der Elbe nur auf 1,50 Meter über dem mittleren Hochwasser, wie ein Polizei-Sprecher sagte. Beeinträchtigungen soll es zunächst aber noch beim Fährverkehr auf die nordfriesischen Inseln geben. Der Fährverkehr auf die ostfriesischen Inseln bleibt nach Polizei-Angaben bis zum Mittag eingestellt.

Die Autobahn 2 wurde hingegen kurz vor Mitternacht wieder freigegeben. In der Höhe von Helmstedt war der Verkehr komplett lahmgelegt worden, weil ein Baum auf eine Stromleitung gekippt war.

Das Orkantief «Christian» hatte seit Sonntag mindestens sieben Todesopfer in Deutschland gefordert. Bäume knickten um, Züge standen still und der Flugverkehr war gestört. Mancherorts fegten die Sturmböen mit mehr als 170 Kilometern pro Stunde über das Land.

«Uns war es schon klar, dass es so heftig wird, denn die Modelle haben dies seit drei, vier Tagen so angedeutet», sagte Diplom-Meteorologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Montagabend.

Der Sturm werde sich in der Nacht von Schweden aus über Nordosten weiterbewegen, sagte der Meteorologe. «Wir haben Dienstag zunächst noch einen recht windigen Tag.» An den Küsten könnte es durchaus noch stürmische Böen oder Sturmböen geben, zum Landesinneren hin seien noch Siebener-Böen möglich. Das bedeutet eine Windgeschwindigkeit von 50 bis 61 Stundenkilometer.

Je südlicher die Region, umso schwächer werde der Wind, erklärte Kirchhübel. In Bayern und Baden-Württemberg seien nur noch die exponierten Lagen der Mittelgebirge betroffen.