Verkäufer setzen sich im Dax durch

Im lange orientierungslosen Dax haben sich am Donnerstag zuletzt die Verkäufer durchgesetzt.

Neben den Aussagen der US-Notenbank Fed vom Vorabend gab am Nachmittag der verhaltene Handelsauftakt an der Wall Street den Ausschlag für ein Minus von 0,31 Prozent im deutschen Leitindex. Er stand damit bei 11 886,20 Punkten.

«Die Notenbanken sind immer wieder für eine Überraschung gut», kommentierte Analyst Andreas Paciorek von CMC Markets den «Spagat» von Fed-Chefin Janet Yellen. Sie machte zwar den Weg für eine Leitzinsanhebung im Juni frei, was Aktien als Anlage langsam wieder unattraktiver macht, bremste aber die Erwartungen an das Tempo der geldpolitischen Straffung.

Auch wegen des «Hexensabbat» genannten, großen Verfallstags an den Terminmärkten am morgigen Freitag rechnet Paciorek mit sichtbaren Schwankungen im zu Wochenbeginn noch über 12 200 Punkte gekletterten Dax.

Bei den anderen Indizes schaffte der MDax der mittelgroßen Werte am Donnerstag Gewinne von 0,30 Prozent auf 20 744,54 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,35 Prozent auf 1633,41 Punkte hoch, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 um 0,08 Prozent auf 3665,63 Punkte nachgab.

Nach den Fed-Aussagen gilt die Aufmerksamkeit der Anleger auch wieder Griechenland. Vor dem EU-Gipfel in Brüssel räumte die Athener Regierung ein großes Liquiditätsproblem ein.

Bei Einzelwerten sorgten vor allem Geschäftsberichte und Unternehmensausblicke für Bewegung. Der Baustoffkonzern HeidelbergCement verzichtete zugunsten einer besseren Unternehmensbonität auf eine deutlichere Anhebung der Dividende. Die Analysten von Davy Research lobten zudem die optimistischen Unternehmensziele. Die Aktien gewannen 0,93 Prozent.

Die Titel von Dax-Spitzenreiter Lufthansa zeigten sich mit plus 2,15 Prozent weiter unbeeindruckt vom anhaltenden Pilotenstreik. Allerdings bleibt die Aktie der Fluggesellschaft eine der schwächsten im Leitindex seit Jahresbeginn. Die Papiere von Schlusslicht Siemens litten mit minus 3,84 Prozent unter vorsichtigen Aussagen des Elektrokonzerns zur derzeitigen Geschäftsentwicklung.

Bei K+S sahen Händler einen Medienbericht als Belastung, dem zufolge sich der Kaliproduzent Belaruskali mit China auf einen Kali-Lieferpreis von 315 US-Dollar je Tonne geeinigt habe. Die damit erzielte Preiserhöhung liege deutlich unter den Erwartungen, sagte Analyst Markus Mayer von der Baader Bank. Für die Aktien ging es um 2,91 Prozent bergab.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,14 (Vortag: 0,19) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,27 Prozent auf 140,63 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,16 Prozent auf 158,79 Punkte. Der Euro legte zu: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0677 (Mittwoch: 1,0592) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9366 (0,9441) Euro.