Verletzte und Evakuierungen nach Explosion in Russland

Bei ungeplanten massiven Detonationen von Granaten in einem Munitionsdepot sind in Russland mindestens 34 Menschen verletzt worden.

Verletzte und Evakuierungen nach Explosion in Russland
Dmitry Grobal

Mehr als 6000 Bewohner der Stadt Tschapajewsk hätten ihre Wohnungen teilweise panikartig verlassen, da die Explosionen auch ein nahes Lager mit insgesamt 13 Millionen Artilleriegeschossen gefährdeten. Das meldete die Agentur Interfax am Dienstag aus dem Wolga-Gebiet Samara. Verteidigungsminister Sergej Schoigu entsandte Spezialkräfte mit schwerer Technik zum Unfallort. Umherfliegende Bombensplitter behinderten die Löscharbeiten, hieß es.

Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur dpa in Moskau telefonisch von einer Stadt «wie im Belagerungszustand» mit Mitarbeitern vom Zivilschutz sowie Sicherheitskräften. «Das ist wie Krieg», sagte eine 50-jährige Anwohnerin. Nachdem die Detonationen die Scheiben ihrer Wohnung bersten ließen, sei sie zu nahen Verwandten geflohen. Jetzt mache sich Angst vor Plünderern breit, da viele Häuser leer stünden. Die Bewohner von Tschapajewsk, das zu Sowjetzeiten eine geschlossene Stadt war, beklagen seit langem, dass gefährliche Munition so nahe an Wohnsiedlungen lagert.

Experten gehen davon aus, dass der Brand mehrere Tage andauern wird. Hunderte Feuerwehrleute waren im Einsatz. Das Zivilschutzministerium versprach, zwei Flugzeuge mit Löschrobotern in das Gebiet rund 800 Kilometer südöstlich von Moskau zu schicken. In russischen Waffendepots kommt es wegen Verstößen gegen die Sicherheitsvorschriften und wegen Schlamperei immer wieder zu schweren Unfällen mit vielen Toten und Verletzten.