Verlieren verboten für Gladbach und Wolfsburg

Niederlagen können sich Borussia Mönchengladbach und der VfL Wolfsburg am letzten Gruppenspieltag der Europa League nicht leisten.

«Das wird ein wahnsinnig schweres Spiel. Ich glaube, dass wir da wirklich alles abrufen müssen, um diesen einen Punkt zu holen. Wir brauchen eine total brutal gute Mannschaftsleistung», sagte VfL-Trainer Dieter Hecking vor der Partie beim OSC Lille. Schon ein Punkt reicht den Niedersachsen zur nächsten Runde, bei einer Niederlage sind die «Wölfe» draußen. Ähnlich ist die Konstellation bei den Gladbachern, die im Heimspiel gegen den FC Zürich auch punkten müssen. «Es ist ein Endspiel, das wir nicht verlieren dürfen», sagte Ersatz-Kapitän Tony Jantschke vor der Partie im Borussia-Park.

Nach dem 3:2 in der Bundesliga gegen Hertha BSC und dem Ende der kleinen Misserfolgsserie ist das Selbstbewusstsein der Elf von Trainer Lucien Favre wieder gestiegen. «Von daher war der Sieg gegen Hertha auch für den Kopf wichtig», meinte Flügelspieler Patrick Herrmann. Der Trainer hat die Parole längst vorgegeben. «Wir wollen unbedingt gewinnen, damit wir Erster bleiben», betonte Favre.

Damit hätten sich die Gladbacher vor den letzten drei Bundesligaspielen 2014 in Leverkusen, gegen Bremen und in Augsburg das Überwintern im DFB-Pokal und der Europa League gesichert. Mit einem Erfolg beim direkten Ligakonkurrenten Bayer Leverkusen könnte das Team zudem in der Verfolgergruppe des FC Bayern München bleiben.

Doch daran verschwendet niemand einen Gedanken. «Es ist immer schwer zu sagen, wir spielen auf einen Punkt», sagte Borussias Rechtsverteidiger Julian Korb. Eine theoretische Chance ließe selbst eine Niederlage offen, dann dürften die Spanier im Parallelspiel bei Apollon Limassol allerdings nicht gewinnen.

Eine Pleite dürfen sich die Wolfsburger beim seit zwölf Spielen sieglosen OSC Lille nicht leisten. Daher sprach Hecking auch von einer «hammerharten Aufgabe». Die ungewöhnlich deutlichen Warnungen vor den momentan harmlosen und zudem ersatzgeschwächten Franzosen unterstreichen die Bedeutung des «Endspiels in diesem Jahr» (Hecking) für den VfL. Die zu erwartende beste Hinserie der Clubgeschichte will sich der deutsche Meister von 2009 nicht durch das leichtfertige Aus in Europa versauen.

«Da heißt es Alles oder Nichts. Man kann schon sagen, dass das eine Art Finale ist, aber wir brauchen keine Angst zu haben», bekräftigte Kevin De Bruyne, der im Hinspiel gegen die Franzosen als einziger Wolfsburger eine der vielen Chancen zum 1:1 nutzen konnte. Auch wegen der mangelnden Chancenverwertung gegen Lille und fehlender Cleverness bei den beiden Niederlagen gegen den Gruppensieger Everton könnte es am Donnerstag nun zu dem Kuriosum kommen, dass dem Tabellendritten Lille mit momentan nur vier Punkten ein einziger Sieg gegen Wolfsburg (7) wegen des dann gewonnenen Direktvergleiches zum Einzug in die K.o.-Runde reicht.

Allerdings sind die Formkurven beider Teams seit dem Hinspiel vor über zwei Monaten komplett konträr verlaufen. Lille ist seitdem sieglos, Wolfsburg eilte zu zehn Siegen und kassierte nur zwei Pleiten. Zur besten Hinrunde der Clubgeschichte fehlen in der Liga nur noch zwei Zähler. «Wir haben gezeigt, dass wir mit Everton die stärkste Mannschaft in der Gruppe sind. Das müssen wir auch zeigen», forderte Stürmer Bas Dost und bekräftigte bei allen Warnungen seines Trainers: «Wir fahren da hin, um zu gewinnen». Lille ist seit über zwei Monaten sieglos.