Verrücktes Duell: Wolfsburg gewinnt 5:4 bei Bayer

Fußball verrückt im Duell der Bundesliga-Werksclubs: Durch einen Treffer des Vierfach-Torschützen Bas Dost in der Nachspielzeit gewann der VfL Wolfsburg bei Bayer Leverkusen mit 5:4 (3:0).

Verrücktes Duell: Wolfsburg gewinnt 5:4 bei Bayer
Marius Becker Verrücktes Duell: Wolfsburg gewinnt 5:4 bei Bayer

Die 29 227 Zuschauer sahen ein kurioses Spiel, in dem der Tabellenzweite aus Niedersachsen nach einer 3:0-Führung durch Tore von Dost (6./29. Minute) und Naldo wie der sichere Sieger aussah. Doch durch einen Dreierpack von Heung-Min Son (57./62./67.) sowie Karim Bellarabi (72.) bei einem Gegentor von Dost (63.) schien die erste Heimniederlage der Leverkusener abgewendet - bis der überragende Dost mit seinem vierten Tor noch den ersten Sieg für die Wolfsburger in der 18. Partie am Rhein sicherte.

Die Leverkusener Fans unter den 29 227 Zuschauern quittierten die in der ersten Halbzeit alles andere als Königsklassen-reife Darbietung ihres verunsicherten Teams mit gellenden Pfiffen. Von dem begeisterten Offensivfußball, mit dem das Team von Trainer Roger Schmidt am Anfang der Saison die Liga begeisterte, war vor der Pause gar nichts zu sehen. In der ersten Hälfte erspielten die Gastgeber nur eine Chance: In der 3. Minute schoss Karim Bellarabi aus 18 Meter, doch VfL-Keeper Diego Benaglio konnte den Ball mit den Fingerspitzen noch abwehren.

Drei Minuten später konterten die Wolfsburger eiskalt. Nach einer Hereingabe von Vieirinha köpfte Dost umrahmt von zwei Bayer-Profis zum 1:0 ein. In der 17. Minute folgte der zweite Schock: Aus mehr als 30 Metern verwandelte Naldo einen Freistoß zum 2:0. 04-Torwart Bernd Leno sah dabei nicht gut aus. Ein Debakel für die Rheinländer schien sich anzukündigen, als Dost nach einer Hereingabe des bei seiner ersten Rückkehr nach Leverkusen ausgepfiffenen André Schürrle sogar noch das 3:0 vor der Pause gelang.

Doch nach dem Wiederanpfiff kam das auf drei Positionen veränderte Bayer-Team wie verwandelt auf den Rasen zurück und profitierten vor allem von der One-Man-Show des Südkoreaners Son, der zunächst mit zwei Treffern binnen fünf Minuten die Leverkusener auf 2:3 heranbrachte. Allerdings mussten die nun wie entfesselt nach vorne stürmenden Platzherren einen Dämpfer hinnehmen, als Dost mit seinem dritten Treffer das 4:2 (64.) gelang. Erneut konnte jedoch der Südkoreaner Son mit einem Schuss aus 14 Metern den Anschluss herstellen (67.).

Die Leverkusener setzten nun aber noch einmal alles auf eine Karte und konnten durch eine Soloaktion von Bellarabi zum 4:4 ausgleichen. In der am Ende sehr hektischen Partie verloren die Leverkusener nicht nur Innenverteidiger Emir Spahic durch eine Gelb-Rote-Karte, sondern in der Nachspielzeit auch noch die Partie durch den vierten Treffer des Niederländers Dost.