Verteidiger: Leben von Pistorius wäre im Gefängnis bedroht

Der südafrikanische Paralympics-Star Oscar Pistorius könnte sich nach Angaben seiner Verteidigung im Gefängnis seines Lebens nicht mehr sicher sein. Der Anwalt Barry Roux berief sich vor dem Obersten Gericht auf Drohungen eines Bandenchefs, über die südafrikanische Medien berichtet hatten.

Verteidiger: Leben von Pistorius wäre im Gefängnis bedroht
Kim Ludbrook / Pool Verteidiger: Leben von Pistorius wäre im Gefängnis bedroht

Demnach sagte der Chef der berüchtigten «26er»-Gefängnisbande im März der Zeitung «Pretoria News», Pistorius werde es nicht gelingen, sich im Gefängnis ein angenehmes Leben zu erkaufen. Stattdessen werde er «fertiggemacht».

Dem Anwalt geht es darum, eine möglichst milde Strafe für Pistorius zu erreichen. Der heute 27-Jährige hatte seine 29-jährige Freundin Reeva Steenkamp im Februar 2013 in seinem Haus bei Pretoria erschossen. Er beteuert, dies sei versehentlich geschehen. Er wurde der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen.

Der Verteidiger konfrontierte den amtierenden Chef des Strafvollzugs, Zach Modise, mit der angeblichen Drohung des Bandenchefs. Der Beamte sagte, er habe keine Erkenntnisse dazu. Zuvor hatte er ausgesagt, auch Behinderte wie der beinamputierte Pistorius könnten in Südafrikas Gefängnis menschenwürdig untergebracht und betreut werden.

Nach Anhörungen von Verteidigung und Staatsanwaltschaft muss die Richterin Thokozila Masipa nun das Strafmaß festlegen. Pistorius drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis, er könnte aber auch etwa zu Hausarrest und gemeinnütziger Arbeit verurteilt werden. Wann Masipa ihre Entscheidung bekanntgibt, ist noch unklar.