Verteidigung will mildes Urteil für Yagmurs Mutter

Die Verteidigung der Mutter der getöteten dreijährigen Yagmur aus Hamburg hat um ein «mildes Urteil» gebeten.

Die Angeklagte sei nicht wegen Mordes zu verurteilen, sondern lediglich wegen Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen, sagte die Anwältin am Dienstag in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht. Eine «aktive Täterschaft» der 27-Jährigen habe sich in der Beweisaufnahme nicht feststellen lassen. Es lasse sich dagegen nicht ausschließen, dass Yagmurs mitangeklagter Vater für die tödlichen Verletzungen des Kindes verantwortlich sein könnte. Die kleine Yagmur war kurz vor Weihnachten 2013 in der Wohnung ihrer Eltern an den Folgen schwerer Misshandlungen gestorben.

Der Verteidiger des Vaters verlangte höchstens eine Bewährungsstrafe. Der 26-Jährige sei durch den Tod seiner Tochter ausreichend bestraft. Der Anwalt nannte Yagmurs Mutter eine «notorische Lügnerin». «Schamlos und ohne jeden Skrupel hat sie die Schuld auf meinen Mandanten abgewälzt», sagte er. Der Angeklagte habe nicht erkannt, dass die Kleine in Lebensgefahr geschwebt habe. «Fakt ist: Er hätte handeln müssen.» Mit dieser Schuld müsse er für den Rest seiner Tage leben.