VfB bleibt Tabellenletzter: 0:1 gegen Augsburg

Nach der vierten Heimniederlage der Saison hatten Spieler und Trainer des Tabellenletzten VfB Stuttgart den Schuldigen schnell gefunden.

VfB bleibt Tabellenletzter: 0:1 gegen Augsburg
Bernd Weißbrod VfB bleibt Tabellenletzter: 0:1 gegen Augsburg

Der Referee aus Herne zeigte in der 28. Minute Daniel Schwaab wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte und entschied vor dem einzigen Treffer der Partie nach einem umstrittenen Handspiel von Stuttgarts Adam Hlousek auf Elfmeter.

«Ich bin eigentlich keiner, der auf den Schiedsrichter schimpft», sagte VfB-Torwart Sven Ulreich im TV-Sender Sky und schob hinterher: «Aber heute war er schon entscheidend. Da waren fragwürdige Entscheidungen dabei.» Schwaab sah innerhalb von sieben Minuten (21. und 28.) zweimal Gelb, zumindest die zweite Karte war fragwürdig. Auch über das Handspiel stritten später Experten und Beteiligte.

Bei einer Flanke von Raul Bobadilla zog Verteidiger Hlousek die Hand zwar noch zurück, konnte eine Berührung mit dem Ball aus kurzer Distanz aber nicht mehr vermeiden - Schiedsrichter Kinhöfer entschied sofort auf Strafstoß. «Für mich war das ein klarer Elfmeter und ein ganz klares Handspiel», sagte Reuter.

«Er wollte die Hand wegziehen und nicht die Fläche verbreitern», widersprach Veh und sprach von einer «total bescheuerten Regel». Augsburgs Kapitän Paul Verhaegh ließ sich am Sonntag die Chance aber nicht entgehen und sorgte mit dem 1:0 (0:0) für den ersten Auswärtserfolg der bayerischen Schwaben nach zuletzt vier Niederlagen auf fremden Plätzen.

Die Stuttgarter dagegen bleiben auf dem letzten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga. «Wir haben offensichtlich das Pech gepachtet», sagte VfB-Präsident Bernd Wahler. Dabei wollte Veh, zweimal als Spieler und zweimal als Trainer in Augsburg aktiv, mit einem Heimsieg vor 48 200 Zuschauern unbedingt den letzten Platz verlassen. Gleich auf fünf Positionen baute er sein Team um. Nach einigen Einsätzen im Drittligateam kam Daniel Ginczek neun Monate nach seinem Kreuzbandriss erstmals bei den Profis zum Einsatz - musste aber nach dem Platzverweis aus taktischen Gründen schon früh weichen.

Im Tor vertrat Ulreich Stammkeeper Thorsten Kirschbaum, der wegen einer Gehirnerschütterung pausieren musste. Nach einer halben Stunde konnte sich der eigentlich zur Nummer zwei degradierte Schlussmann erstmals auszeichnen. Bobadilla kam aus elf Metern zum Schuss, doch Ulreich klärte reaktionsschnell per Fußabwehr.

Veh hatte zuvor auf den Platzverweis reagiert und Ginczek vom Feld genommen. Für den 23-Jährigen kam Verteidiger Florian Klein, Martin Harnik rückte in die Sturmspitze. 45 Minuten lang sahen die frierenden Zuschauer in der baden-württembergischen Hauptstadt wenig Erwärmendes. Beide Teams boten ein schwaches Bundesliga-Spiel: kein Tempo, kaum Kombinationen, bis auf Bobadilla keine echte Torchance.

Sieben Minuten nach Wiederanpfiff hatten die Gastgeber die große Möglichkeit zum 1:0. Nach einer Flanke passte Harnik nach innen zu Moritz Leitner, doch dessen Flugkopfball wehrte Augsburgs Verteidiger Jan-Ingwer Callsen-Bracker noch ab. Auf der Gegenseite zeigte Ulreich eine zweite Glanztat, als er einen Schuss von Markus Feulner um den Pfosten lenkte (56.).

Beide Teams suchten nun verstärkt die Offensive, die Augsburger erwiesen sich zu dem Zeitpunkt aber als torgefährlicher. Der 18 Jahre alte Timo Baumgartl rettete bei seinem Startelf-Debüt für den VfB kurz vor der Linie gegen Halil Altintop (65.), Ulreich klärte bei einem Schuss von Nikola Djurdjic (69.). Machtlos war der ansonsten starke VfB-Keeper dann aber beim Elfmeter.

VfB Stuttgart - FC Augsburg 0:1 (0:0)

Ballbesitz in %: 40,2 - 59,8

Torschüsse: 9 - 17

gew. Zweikämpfe in %: 47,3 - 52,7

Fouls: 14 - 23

Ecken: 6 - 3

Quelle: optasports.com