VfB dreht Partie gegen Bayer: 3:3 nach 0:3-Rückstand

Mit einer unglaublichen Aufholjagd hat der VfB Stuttgart eine bereits verloren scheinende Partie gegen Bayer 04 Leverkusen noch gedreht und einen Punkt gerettet.

VfB dreht Partie gegen Bayer: 3:3 nach 0:3-Rückstand
Bernd Weissbrod VfB dreht Partie gegen Bayer: 3:3 nach 0:3-Rückstand

Die Gäste führten bei ihrem Lieblingsgegner schon mit 3:0, ehe den Schwaben der kaum noch für möglich gehaltene Ausgleich zum 3:3 gelang. Heung-Min Son mit einem Doppelpack (4. und 9. Minute) und Neu-Nationalspieler Karim Bellarabi (41.) brachten die im ersten Durchgang souverän auftrumpfende Werkself in Führung. Timo Werner (57.), Florian Klein (67.) und Martin Harnik (76.) schafften nach einer Energieleistung des Tabellen-15. der Fußball-Bundesliga noch die Wende.

Bayer präsentierte sich bei herrlichem Spätsommer-Wetter in der Mercedes-Benz Arena vor 40 900 Zuschauern im ersten Durchgang in beeindruckender Form. Die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt übernahm vom Anpfiff an die Initiative und kontrollierte souverän und abgeklärt das Geschehen. Mit ihrem schnellen, sicheren und äußerst variablen Kombinationswirbeln legten die Leverkusener die erschreckenden Defensivschwächen des VfB früh schonungslos auf.

Nach Sons schnellem Führungstreffer, dem 2400. Gegentor der Stuttgarter in der Bundesliga, wirkte der VfB völlig verunsichert. Keeper Thorsten Kirschbaum ermöglichte dem südkoreanischen Nationalstürmer völlig unbedrängt mit einem verunglückten Schuss fünf Minuten später das 2:0. Son nahm den Ball mit der Brust an und drosch ihn dann aus gut 22 Metern volley ins Tor. Kurz darauf hatte der wieselflinke Außenangreifer mit einem Lattenknaller Pech (11.).

Bellarabi sorgte dann nach einem sehenswerten Solo gegen gleich vier kläglich wirkende Kontrahenten für das 3:0. Kurz zuvor hatte der neue deutsche Nationalspieler in aussichtsreicher Position noch vergeben (38.). Nach einem Missverständnis zwischen Kirschbaum und Innenverteidiger Antonio Rüdiger traf Stefan Kießling zudem aus spitzem Winkel nur den Innenpfosten (33.).

Dem stand in der ersten Halbzeit nur eine echte Stuttgarter Chance entgegen: Nach einem wuchtigen Kopfball von Georg Niedermeier verhinderte der auf der Bayer-Torlinie stehende VfB-Kapitän Christian Gentner unfreiwillig den möglichen Anschluss (25.).

Angesichts der scheinbar sicheren Führung ließ es Leverkusen nach dem Seitenwechsel ruhiger angehen. Der Champions-League-Teilnehmer schonte offensichtlich bereits Kräfte für das nächste Gruppenspiel am Mittwoch gegen Zenit St. Petersburg. Das sollte sich rächen.

Nach Werners 1:3 fassten die Stuttgarter neuen Mut. Bayer-Keeper Bernd Leno war bei dem platzierten Kopfball des U19-Nationalspielers machtlos. Leverkusen erhöhte danach wieder das Tempo und verstärkte zugleich die Defensive. Aber als Klein mit einem Distanzschuss aus gut 20 Metern der Anschluss gelang, war die Partie plötzlich und völlig überraschend wieder offen. Der VfB setzte nun alles auf eine Karte: Verdienter Lohn in der am Schluss ruppigen Partie war der Ausgleich durch Harnik per Kopfball. Sekunden vor dem Schlusspfiff verhinderte Leno mit einer Glanzparade sogar noch eine Niederlage.