VfL vor Neapel: «Gute Saison zur sehr guten machen»

Jetzt muss der VfL Wolfsburg zeigen, wie gut er wirklich ist. Am 16. April kann die inzwischen zweite Fußball-Kraft im Land hinter dem FC Bayern München in der Europa League beweisen, ob sie schon titelreif ist.

VfL vor Neapel: «Gute Saison zur sehr guten machen»
Peter Steffen VfL vor Neapel: «Gute Saison zur sehr guten machen»

«Wir spielen eine gute Saison, aber wir können sie noch zu einer sehr guten machen», frohlockte VfL-Star Kevin De Bruyne vor dem Kräftemessen mit dem SSC Neapel im Viertelfinal-Hinspiel. Zumindest die Champions-League-Qualifikationsrunde ist bereits jetzt eingetütet, nun will der Bundesliga-Zweite die selbst formulierten und durch Leistung geschürten Erwartungen auch erfüllen. Titel sollen her. Im DFB-Pokal und nach Möglichkeit auch in der Europa League.

«Jetzt stehen die größten Herausforderungen der Saison an», bestätigte VfL-Coach Dieter Hecking: «Meine Mannschaft weiß: Einen Strich unter die Saison werden wir erst machen, wenn alles vorbei ist. Dann wird man sehen, ob aus unserer guten Bilanz noch eine deutlich bessere geworden ist.»

Erst einmal stand der VfL in einem Europa-League-Viertelfinale. 2010 war dort gegen den FC Fulham Schluss. Diesmal wartet im SSC Neapel von Trainer Rafael Benitéz und Starstürmer Gonzalo Higuaín ein größeres Kaliber. «Mit Neapel haben wir eine sehr harte Nuss», bekannte Hecking, gab aber sogleich ein Beispiel für das in dieser Saison enorm gestiegene Selbstbewusstsein: «So, wie wir im Moment aufgestellt sind, traue ich meiner Mannschaft zu, dass wir die Hürde schaffen». Mehr noch, Hecking erwartet gar ein Spektakel: «Ich will, dass 25 000 oder 26 000 Zuschauer da sind, die anschließend sagen können: Das war Werbung für den Fußball».

Im Tabellenvierten der Serie A wartet ein stärkerer italienischer Gegner als noch im Achtelfinale in Inter Mailand. Der frühere Maradona-Club ist auch in dieser Saison bereits in der Champions League erprobt. Dort besiegte Napoli in der vergangenen Saison Borussia Dortmund. Selbst Bayern München wurde 2011/12 zweimal richtig gefordert (1:1/3:2). «Neapel wird noch einmal eine Spur stärker sein als Inter Mailand», meinte VfL-Kapitän Diego Benaglio.

Angesichts der Offensivkraft der Süd-Italiener verspricht das Spiel zum Spektakel zu werden. «Mit Neapel und Wolfsburg stehen sich zwei Mannschaften gegenüber, die ihre Stärke in der Offensive haben. Für ein italienisches Team ist das nicht normal», bemerkte Wolfsburgs Manager Klaus Allofs: «Wir sind beeindruckt von dem Spiel, das Rafael Benitéz spielen lässt. Sie sind auf jeden Fall stärker als Inter, wir können Schwierigkeiten bekommen.»

Wolfsburgs Spieler freuen sich eher auf einen Gegner, der im Optimalfall tatsächlich mitspielt und nicht nur das VfL-Spiel zerstören will. «Ich habe sehr viel Lust auf dieses Spiel. Und ich glaube, meinen Mannschaftskollegen geht das nicht anders - wir werden Gas geben», versprach Torjäger Bas Dost.