Videokünstler Duncan Campbell erhält Turner-Preis

Der aus Irland stammende Künstler Duncan Campbell hat den renommierten britischen Turner-Preis für zeitgenössische Kunst erhalten. Die Jury bezeichnete seine Videoarbeit «It for Others» bei der Preisverleihung in London am Montag als «zeitgemäß und fesselnd».

Der britische Schauspieler Chiwetel Ejiofor, Hauptdarsteller im Oscar-gekrönten Film «12 Years a Slave», überreichte den mit 25 000 Pfund (31 550 Euro) dotierten Preis. Der Regisseur des Films, Steve McQueen, hatte den Turner-Preis im Jahr 1999 erhalten.

Campbell, der im schottischen Glasgow lebt und an der berühmten Glasgow School of Art arbeitet, hatte als Favorit gegolten. Er ist der fünfte Gewinner von der renommierten Kunsthochschule in den vergangenen zehn Jahren. In seinen Werken verarbeitet er Einflüsse der afrikanischen Kunst, verwendet aber auch Bilder der Unruhen während des nordirischen Bürgerkriegs.

Campbell kündigte an, das Preisgeld wolle er «für ganze normale Dinge» verwenden. Zum Beispiel für die Miete für sein Atelier. Ob er in die Fußstapfen von Regisseur Steve McQueen treten wolle, wollte der Wahl-Schotte nicht beantworten. «Ich will es nicht behaupten, aber auch nicht ausschließen.»

Der 1984 ins Leben gerufene Turner-Preis gilt als renommiertester Preis für zeitgenössische Kunst in Großbritannien. Zu den Ausgezeichneten gehören prominente Künstler wie Damien Hirst, Anish Kapoor und Laure Prouvost. Die Wahl der Jury fällt immer wieder auf kontrovers diskutierte Werke, etwa eine Installation von Martin Creed: Es war ein Raum, in dem alle paar Sekunden das Licht an- und ausging.

Die Arbeiten der in diesem Jahr für den Preis nominierten Künstler sind noch bis zum 4. Januar im Londoner Kunstmuseum Tate Britain zu sehen.