Viele ausgestorbene Meeresreptilien hatten dunkle Farbe

Viele Fischsaurier und andere ausgestorbene Meeresreptilien waren offenbar dunkelfarben. Ein internationales Forscherteam hat bei Fossilien von drei sehr unterschiedlichen Meeresbewohnern das Hautpigment Eumelanin nachgewiesen.

Die dunkle Färbung habe vermutlich der Tarnung gedient und zudem die Ausbreitung der Tiere in kältere Gewässer begünstigt, schreiben die Wissenschaftler um Johan Lindgren von der schwedischen Universität Lund in der Zeitschrift «Nature».

Über die Farben von Dinosauriern und anderer ausgestorbener Reptilien wissen Paläontologen bislang nur wenig. Die neue Entdeckung könnte diese Wissenslücke ein wenig füllen. Die Forscher untersuchten versteinerte Überreste eines gut 190 Millionen Jahren alten Ichthyosaurus, eines 86 Millionen Jahre alten Mosasaurus und einer 55 Millionen Jahren alten Lederschildkröte (Eosphargis breineri). Mit Massenspektrometer und Elektronenmikroskop wiesen die Forscher das Hautpigment Eumelanin nach, das eine dunkle Färbung bewirkt. Hinweise auf das für hellere Farben verantwortliche Pigment Phäomelanin fanden die Wissenschaftler dagegen kaum. Bei den Ichthyosauriern glauben die Forscher, dass zumindest manche Arten dieser Fischsaurier vollständig dunkel waren.

Dass sowohl Ichthyosaurier, als auch das mit den Waranen verwandte Reptil Mosasaurus sowie eine Schildkröte ähnliche Färbung entwickelten, deute auf evolutionäre Vorteile hin, folgern die Forscher. Die dunkle Farbe habe vermutlich unter anderem der Tarnung im Wasser gedient und zudem die Regulierung der Körpertemperatur verbessert. Damit habe sie wohl dazu beigetragen, dass die Tiere kältere Regionen der Erde besiedeln konnten.

Die farbenfrohe Haut von Dinosauriern in Bücher und Filmen rührt eher von künstlerischer Freiheit her als von wissenschaftlichen Erkenntnissen. Forscher hatten jedoch vereinzelt bereits aus Federn auf die Farbe gefiederter Dinosaurier rückgeschlossen.