Viele billige Auto-Kindersitze fallen im ADAC-Test durch

Günstige Auto-Kindersitze aus dem Internet sind nach Angaben des Automobilclubs ADAC und der Stiftung Warentest oft unsicher. Bei einem Test seien sechs von zehn Produkten als mangelhaft bewertet worden, teilte der ADAC mit.

Viele billige Auto-Kindersitze fallen im ADAC-Test durch
Nicolas Armer Viele billige Auto-Kindersitze fallen im ADAC-Test durch

Die Prüfer entdeckten gravierende Sicherheitsmängel, mehrere Modelle waren zudem stark mit Schadstoffen belastet. Eine Babyschale erhielt die Auszeichnung «gut», drei Sitze schnitten «befriedigend» ab. Für die Untersuchung wurden zehn Kindersitze aus verschiedenen Gewichtsklassen getestet, die weniger als 70 Euro kosteten.

Bei dem Test achteten die Prüfer auf Kriterien wie Sicherheit, Bedienung oder Verhalten beim Zusammenprall. Sie simulierten Unfälle mit Geschwindigkeiten zwischen 50 und 64 Kilometern pro Stunde.

Das Ergebnis: Vor allem bei einem Frontal- oder Seitenaufprall seien die Kinder in vielen Sitzen schlecht geschützt, erläuterte der ADAC. Airbags im Auto seien kein Ersatz, da sie in der Regel auf Erwachsene ausgelegt seien. «Ein Airbag ist eine sinnvolle Ergänzung zu einem guten Kindersitz, kein Ersatz», sagte Projektleiter Andreas Ratzek.

Beim Frontalaufprall zerbrach bei einem Modell für Kinder bis etwa vier Jahre die Sitzschale - «das Kind würde beim Unfall ungeschützt nach vorne schleudern», hieß es. In einem anderen Fall wären die Insassen ungeschützt einem Seitenaufprall ausgeliefert.

Der Seitencrash spiele bei der Zulassung des Sitzes zwar keine Rolle, komme aber im Verkehr häufig vor, erklärten die Tester. Ein Modell war früher mit einem anderen Namen verkauft worden und bereits 2008 bei einem Test durchgefallen.

Allerdings: «Nicht jeder teure Sitz ist gut und nicht jeder preiswerte automatisch schlecht», sagte Ratzek. Er empfahl den Eltern, vor dem Kauf gut zu recherchieren und sich bei einem Fachhändler beraten zu lassen. Der Markt der günstigen Angebote im Internet sei unübersichtlich, auf reine Produktbeschreibungen der Verkäufer sei kein Verlass. «Bezeichnungen wie «optimaler Seitenaufprallschutz» sind häufig völlig frei gewählt und reines Marketing», sagte Ratzek. «Oft ist sind auch Vorgängermodelle von Markenherstellern eine preisgünstige und gute Alternative.»