Visegrad-Staaten setzen bei Grenzsicherung auf Mazedonien

Der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka hat sich für die Abriegelung der Balkanroute für Migranten ausgesprochen, falls Griechenland und die Türkei den Zustrom nicht begrenzen können.

Visegrad-Staaten setzen bei Grenzsicherung auf Mazedonien
Georgi Licovski Visegrad-Staaten setzen bei Grenzsicherung auf Mazedonien

«Dann besteht die Möglichkeit, die illegale Wirtschaftsmigration an den Grenzen von Mazedonien und Bulgarien aufzuhalten», sagte der Sozialdemokrat kurz vor einem Treffen der mitteleuropäischen Visegrad-Gruppe in Prag.

Die Gespräche von Tschechien, Polen, Ungarn und der Slowakei mit Vertretern der beiden Balkanstaaten sollten ein «Signal der Solidarität» aussenden, sagte Sobotka. «Diese Staaten dürfen in der Krise nicht alleingelassen werden», forderte er.

Der deutsche Botschafter in Prag, Arndt Freytag von Loringhoven, mahnte in der Zeitung «Pravo» konstruktive Lösungen an und warnte vor dem Bau von Grenzzäunen. «Die Atmosphäre in Europa ist immer stärker vergiftet», kritisierte er. Die Differenzen zwischen Ost- und Westeuropäern seien so groß wie lange nicht mehr. Der tschechische Außenminister Lubomir Zaoralek versicherte gegenüber der Agentur CTK, man bleibe mit Deutschland im Dialog.