Volker Lechtenbrink ist «Der Mentor»

Mit der Premiere von Daniel Kehlmanns Boulevardstück «Der Mentor» hat die Komödie Winterhuder Fährhaus in Hamburg am Freitagabend ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert.

Volker Lechtenbrink ist «Der Mentor»
Ulrich Perrey Volker Lechtenbrink ist «Der Mentor»

Publikumsliebling Volker Lechtenbrink gibt in der gut gespielten Vier-Personen-Inszenierung von Folke Braband einen eitlen, gealterten Schriftsteller, der sich mit einem ehrgeizigen jungen Kollegen (Andreas Christ) einen Schlagabtausch liefert.

Die leichte Konversationskomödie des 38-jährigen Bestsellerautors Kehlmann («Die Vermessung der Welt», «F») war Ende 2012 mit gemischtem Erfolg in Wien uraufgeführt worden. In Hamburg amüsierten sich die Zuschauer im voll besetzten Haus über die Pointen und Einsichten zum Kulturbetrieb und applaudierten herzlich.

Im September 1988 hatte die Spielstätte der Berliner Theaterbetreiberfamilie Wölffer in einem eigens errichteten, 586 Plätze umfassenden Stahl-und-Glas-Neubau mit Tom Stoppards «Stürmische Überfahrt» ihren Betrieb aufgenommen - und zunächst fast Schiffbruch erlitten. Seitdem haben dort jedoch Stars wie Herbert Herrmann und Walther Plathe, Chariklia Baxevanos und Anita Kupsch mit gepflegter Unterhaltungskunst für hohe Auslastungszahlen gesorgt. Konstant 200 000 Besucher im Jahr und 10 000 Abonnenten stehen dafür. Das Stücke-Spektrum reicht von «Schenkelklopfer» und Lustspiel bis zu Noel Coward und Molière.

Extrem erfolgreicher Gründungsdirektor war bis 1999 der inzwischen legendäre Rolf Mares (1930-2002). Sein Zögling und Nachfolger Michael Lang sprach von einer «Tradition der leichten Muse, die sich seither im Winterhuder Fährhaus geküsst sah.» Im Haupthaus, das ohne staatliche Dauerförderung auskommt, gibt es seit 2001 die freche, eher experimentelle «Kontraste»-Bühne mit 99 Plätzen.