Volkssolidarität-Prozess: Angeklagter weist Verantwortung zurück

Er soll rund 1600 Menschen geschädigt haben. Jetzt muss sich ein früherer Manager der Volkssolidarität vor dem Rostocker Landgericht wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 144 Fällen verantworten.

Der Schaden, um den es in diesem Prozess geht, beläuft sich auf 1,1 Millionen Euro. Dem Angeklagten wird außerdem Insolvenzverschleppung vorgeworfen. Der zweite Manager, der an den Vorgängen beteiligt gewesen sein soll, muss nicht vor Gericht. Er sei wegen Demenz nicht verhandlungsfähig.

Früheren Angaben zufolge soll er zusammen mit einem zweiten Manager der Verbände Mecklenburg Mitte und Bad Doberan/Rostock-Land Fonds initiiert haben, in die rund 1600 meist ältere Menschen Teile ihres Vermögens gesteckt haben. In den Fonds sollen dann früheren Angaben zufolge bis 2009 insgesamt rund 9,5 Millionen Euro versickert sein. Ein Anwalt von Geschädigten hatte von einem Schneeballsystem gesprochen.

In einer Erklärung drückte der Angeklagte sein «uneingeschränktes und tiefstes Bedauern» darüber aus, dass sich die Erwartungen der Anleger nicht erfüllt haben. Es tue ihm leid, er bitte jeden Einzelnen um Verzeihung. Eine juristische Verantwortung lehnte er ab. Er habe bis zuletzt selbst geglaubt, dass die Anlagen gesichert sind.