Volkswagen kürzt Investitionen

Angesichts der immensen Kosten für den Abgasskandal kürzt Volkswagen bei den Investitionen.

VW werde für das Jahr 2016 die Sachinvestitionen auf maximal 12 Milliarden reduzieren, das sei eine Milliarde Euro weniger als im Durchschnitt der vergangenen Jahre, sagte VW-Chef Matthias Müller am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg.

«Wir fahren in den kommenden Monaten auf Sicht.» VW werde aber nicht auf Kosten der Zukunft sparen, sondern sich auf die Technologien der Zukunft konzentrieren. Der Autokonzern hatte bereits angekündigt, die Elektromobilität und die Digitalisierung vorantreiben zu wollen.

VW ist in einer schweren Krise, seitdem der Konzern Mitte September zugegeben hatte, mit Hilfe einer Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert zu haben. Dabei ging es um Werte für das gesundheitsschädliche Stickoxid. Außerdem hat VW bei 800 000 Autos falsche Angaben zum Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) gemacht. Es drohen Milliardenkosten.

In einem ersten Schritt hatte VW 6,7 Milliarden Euro für technische Nachbesserungen der manipulierten Dieselautos zurückgelegt. Weitere Risiken durch die später hinzugekommenen falschen CO2-Werte wurden zunächst auf 2 Milliarden Euro veranschlagt.

Der neue Konzernchef Müller hatte bereits kurz nach seiner Amtsübernahme angekündigt, wegen der Krise alle Investitionen auf den Prüfstand stellen zu wollen. Noch vor einem Jahr hatte Volkswagen bis 2019 Ausgaben von 85,6 Milliarden Euro angepeilt. Das Geld sollte in neue Modelle, die Werke sowie umweltfreundliche Technologien fließen.