Volkswirte: Etwa 2,75 Millionen Arbeitslose im Juli

Die Sommerpause mit Werksferien in zahlreichen Betrieben hat nach Einschätzung von Experten die Zahl der Arbeitslosen im Juli leicht steigen lassen.

Volkswirte: Etwa 2,75 Millionen Arbeitslose im Juli
Julian Stratenschulte Volkswirte: Etwa 2,75 Millionen Arbeitslose im Juli

Etwa 2,75 Millionen Menschen seien zuletzt ohne Arbeit gewesen, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Dies wären rund 40 000 mehr als im Juni, aber auch etwa 120 000 weniger als vor einem Jahr. Die Ökonomen berufen sich dabei auf eigene Berechnungen. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Vormittag bekanntgeben.

Nach Abzug der Saisoneffekte könnte die Zahl der Jobsucher um 5000 gesunken sein. Dies zeige, dass die gute Konjunktur den Arbeitsmarkt insgesamt weiter trägt. Zum Jahresbeginn waren diese Rückgänge allerdings noch doppelt bis dreimal so groß.

Derzeit macht sich auf dem Arbeitsmarkt vor allem die beginnende Ferienzeit bemerkbar. Firmen verschieben Neueinstellungen oft auf den Herbst. Und zahlreiche Jugendliche melden sich nach abgeschlossener Schul- oder Berufsausbildung vorübergehend arbeitslos.

Insgesamt ist der Arbeitsmarkt in Deutschland aus Expertensicht noch immer stabil. Bestätigt werden die Volkswirte durch das große Stellenangebot, das nach Angaben der Bundesagentur im Juli ein Rekordhoch erreicht hat.

In den kommenden Monaten könnte der Jobaufschwung jedoch etwas an Kraft verlieren. «Es geht weiter aufwärts am Arbeitsmarkt, aber mit gebremstem Tempo», sagte der Volkswirt der DZ-Bank, Michael Holstein. Einzelne Ökonomen gehen auch davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen im Jahresverlauf wieder leicht zunehmen könnte.

Vor allem der Mindestlohn könne sich im zweiten Halbjahr negativ auswirken. Und auch die hohe Zuwanderung mache sich allmählich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die meisten Volkswirte rechnen jedoch allenfalls mit einer stagnierenden Erwerbslosigkeit.