Volkswirte: Im Dezember 2,896 Millionen Arbeitslose

Die Zahl der Arbeitslosen ist nach Experteneinschätzung trotz des vergleichbar milden Wetters zum Winterauftakt kräftig gestiegen. Im Dezember 2013 seien rund 2,896 Millionen Männer und Frauen arbeitslos gewesen.

Volkswirte: Im Dezember 2,896 Millionen Arbeitslose
Sven Hoppe Volkswirte: Im Dezember 2,896 Millionen Arbeitslose

Dies berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer dpa-Umfrage unter Berufung auf eigene Berechnungen. Dies wären rund 90 000 mehr als im November und 55 000 mehr als vor einem Jahr.

Die offiziellen Arbeitslosenzahlen für Dezember 2013 will die Bundesagentur für Arbeit (BA) heute in Nürnberg bekanntgeben. Dabei will BA-Chef Weise zugleich eine Bilanz des Arbeitsmarktjahres 2013 vorlegen und einen Ausblick auf 2014 geben.

Die im Dezember leicht gestiegene Nachfrage nach Arbeitskräften deutet derweil für 2014 auf eine leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt hin. Nach Angaben der Bundesagentur vom Montag boten die Unternehmen im Dezember 2013 deutlich mehr offene Stellen an als im November. Sie beruft sich dabei auf ihren Stellenindex BA-X.

Der Indikator beschloss das Jahr mit 152 Punkten - das sind 3 Zähler mehr als im Monat davor. Im Vergleich zum Vorjahr bleibe aber weiterhin ein leichtes Minus von vier Punkten, berichtete die BA. Die Zahlen zeigten, dass sich die wirtschaftliche Erholung allmählich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar mache.

Dagegen rechnen einige Banken-Volkswirte bis zur Jahresmitte 2014 mit einer eher schwierigen Arbeitsmarktlage. Bis die verbesserte Konjunktur sich auf dem Arbeitsmarkt niederschlage, vergingen meist mehrere Monate. Daher werde das erwartete stärkere Wirtschaftswachstum wohl erst in der zweiten Jahreshälfte 2014 auf dem Arbeitsmarkt spürbar sein.

Deutsche Bank-Volkswirt Heiko Peters sieht sogar schon erste Schatten des von der Großen Koalition vereinbarten gesetzlichen Mindestlohns. Dieser und die geplanten Restriktionen bei der Leiharbeit könnten sich in der zweiten Jahreshälfte auf den Arbeitsmarkt auswirken. «Wir fürchten, dass vor allem Langzeitarbeitslosen damit der Übergang auf den Arbeitsmarkt verwehrt wird», sagte Peters.

Ungleich optimistischer ist dagegen DZ-Bank-Volkswirt Michael Holstein. Bei einem von ihm erwarteten Wirtschaftswachstum von rund 2,0 Prozent im neuen Jahr rechnet er mit einem Rückgang der Jahres-Arbeitslosigkeit um rund 65 000 auf 2,875 Millionen. «Deutschland ist von der Geldpolitik und der Finanzierungsseite außerordentlich begünstigt», sagt er. Es gebe deutliche Anzeichen, dass die Investitionsbereitschaft der Unternehmen wächst.