Volkswirte: Im Januar rund 2,941 Millionen Arbeitslose

Der deutsche Arbeitsmarkt ist mit einem saisonüblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in das neue Jahr gestartet.

Insgesamt seien im Januar 2,941 Millionen ohne Arbeit gewesen - rund 260 000 mehr als im Dezember, berichten Volkswirte deutscher Großbanken. Sie berufen sich dabei auf eigene Berechnungen. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit heute bekanntgeben.

BayernLB-Volkswirt Stefan Kipar rechnet saisonbedingt sogar mit noch stärker steigenden Arbeitslosenzahlen. «Im Dezember haben die Firmen wegen des milden Wetters witterungsbedingt kaum Stellen abgebaut. Das holen viele Firmen jetzt nach», glaubt er. Der Saisoneffekt ist im Januar wegen des witterungsbedingten Abbaus von Stellen auf dem Bau, im Garten- und Landschaftsbau und in der Gastronomie besonders stark ausgeprägt.

Was die weitere Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt angeht, so zeigen sich die Fachleute fast durchweg optimistisch. Bis zum Sommer werde die Zahl der Erwerbslosen saisonbereinigt weiter sinken, prognostizieren sie. Erst dann müsse man in Deutschland wegen der wachsenden Zahl arbeitsloser Flüchtlinge mit einem leichten Anstieg der Erwerbslosen rechnen. Die Volkswirte korrigierten damit ihre in den vergangenen Monaten etwas pessimistischeren Prognosen leicht.

Gestützt wurde der zuversichtliche Ausblick von neuen Daten der Bundesagentur zur Arbeitskräftenachfrage. Danach gab es zum Jahresbeginn so viele freie Stellen wie nie zuvor, berichtete die Nürnberger Bundesbehörde am Montag unter Berufung auf ihren aktuellen Stellenindex BA-X. Der Indikator für den Umfang unbesetzter Stellen sei im Januar mit 211 Punkten auf ein Rekordniveau gestiegen; dies seien vier Punkte mehr als im Dezember 2015.

Die Bundesagentur führt die wachsende Arbeitskräftenachfrage auch auf den Flüchtlingsstrom zurück. Viele der mit der Unterbringung oder Betreuung von Asylbewerbern beauftragten Betriebe suchten verstärkt nach Mitarbeitern, berichtete die BA. «So ist insbesondere die Zahl der gemeldeten Stellen in der öffentlichen Verwaltung und bei Wach- und Sicherheitsdiensten in den letzten Monaten stark gestiegen.»

Daneben seien noch andere Wachstumsbranchen im Dienstleistungssektor für den Stellenschub verantwortlich. So sei aktuell jede fünfte freie Stelle im Gesundheits- und Sozialwesen und im Handel zu besetzen. Aber auch die Industrie und die ihr zuarbeitenden Dienstleister suchten verstärkt nach neuen Mitarbeitern, berichtete die Bundesagentur. Ein Drittel der Vakanzen werde von Zeitarbeitsunternehmen gemeldet.