Volkswirte: Im November 2,72 Millionen ohne Arbeit

Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich nach Experteneinschätzung trotz flauer Konjunktur weiter robust. Mit 2,72 Millionen habe die Zahl der Erwerbslosen im November um rund 10 000 unter dem Oktober-Niveau gelegen.

Volkswirte: Im November 2,72 Millionen ohne Arbeit
Sebastian Kahnert Volkswirte: Im November 2,72 Millionen ohne Arbeit

Das berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Der Rückgang sei damit stärker ausgefallen als im Schnitt der vergangenen drei Jahre. Die Fachleute berufen sich dabei auf eigene Berechnungen. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) heute bekanntgeben.

«Da zeigt sich die konjunkturelle Schwäche vom Sommer und im Herbst», kommentiert etwa Steffen Henzel vom Ifo Institut. Der Rückgang im November hat nach Einschätzung der Volkswirte allein saisonale Gründe. So dürfte die außergewöhnlich milde Witterung die Entwicklung positiv beeinflusst haben, schätzt etwa Allianz-Volkswirt Rolf Schneider.

Trotz allem ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt nach Einschätzung der Fachleute weiterhin gut. «Es scheint so zu sein, dass der Arbeitsmarkt noch nicht betroffen ist, obwohl sich die Stimmung weiter eingetrübt hat», erläuterte Stefan Kipar von der BayernLB. Die folgenden Monate bewerten die Experten aufgrund der konjunkturellen Entwicklung eher zurückhaltend. Auch der Mindestlohn, der von Januar an gilt, werde sich auf die Arbeitslosenzahlen auswirken, gaben sie zu bedenken.

Für Zuversicht sorgten unterdessen jüngste Daten der Bundesagentur zur Entwicklung der offenen Stellen. Derzeit suchten Betriebe in Deutschland soviel Personal wie zuletzt vor knapp drei Jahren, berichtete die BA am Mittwoch in Nürnberg. Gemessen am Stellenindex BA-X der Bundesagentur lag die Zahl der freien Jobs im November noch einmal über dem ohnehin schon hohen Oktober-Stand und nur knapp unter dem Rekordniveau vom Jahreswechsel 2011/2012, berichtete die Bundesbehörde.

Die jüngste Entwicklung zeige, dass Firmen schon frühzeitig auf Fachkräfte-Suche gingen - unabhängig von der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, gab die Bundesagentur zu bedenken. Derzeit liege die Zahl der offenen Stellen in 80 Prozent der Branchen über dem Vorjahresniveau. Rund ein Drittel der angebotenen Jobs stammten von Zeitarbeitsfirmen. Gesucht würden qualifizierte Mitarbeiter außerdem im Einzelhandel, bei Bauinstallationsbetrieben sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.

Minijobs und Zeitarbeit sind dagegen in Deutschland weiter rückläufig, wie das Statistische Bundesamt Mittwoch mitteilte. Die Zahl der sogenannten atypisch Beschäftigten sank 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 71 000 auf 7,64 Millionen. Damit setzte sich nach Angaben der Statistikbehörde der bereits 2012 beobachtete Rückgang fort. Der Anteil dieser Beschäftigungsgruppe an allen Erwerbstätigen verringerte sich nach Berechnungen der Wiesbadener Statistiker binnen Jahresfrist leicht von 21,7 Prozent auf 21,4 Prozent.