Volkswirte: November im Zeichen sinkender Arbeitslosigkeit

Der deutsche Arbeitsmarkt hat im Spätherbst November nach Experteneinschätzung im Zeichen leicht sinkender Arbeitslosenzahlen gestanden.

Volkswirte: November im Zeichen sinkender Arbeitslosigkeit
Sebastian Kahnert Volkswirte: November im Zeichen sinkender Arbeitslosigkeit

Insgesamt seien im Monat November 2,64 Millionen Männer und Frauen arbeitslos gewesen, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer dpa-Umfrage. Dies wären rund 10 000 weniger als im Oktober und knapp 80 00 weniger als vor einem Jahr. Die Ökonomen berufen sich dabei auf eigene Berechnungen.

Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Dienstag in Nürnberg bekanntgeben.

Nach Einschätzung von Allianz-Ökonom Rolf Schneider hat der Arbeitsmarkt im November von dem seiner Ansicht nach wieder etwas stärkeren Wirtschaftswachstum im vierten Quartal 2015 profitiert. Außerdem sorgten niedrige Benzin- und Heizölpreise für eine positive Verbraucherstimmung. Sorgen bereiten einigen Volkswirten hingegen die Exportaussichten; sie verweisen dabei auf sinkende Ausfuhren in wichtige Export-Länder wie China, Russland und Brasilien.

Die steigende Flüchtlingszuwanderung wird nach Einschätzung von Volkswirten wahrscheinlich erst im Jahr 2017 voll auf dem deutschen Arbeitsmarkt durchschlagen - und für stärker wachsende Arbeitslosenzahlen sorgen. Im kommenden Jahr werde der Flüchtlingseffekt zwar von Frühsommer an spürbar sein, aber noch nicht zu stark steigenden Erwerbslosenzahlen führen, prognostizierten die Arbeitsmarktexperten deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Zur Begründung verweisen die Bankökonomen auf die schleppenden Asylverfahren. Viele Asylbewerber würden erst nach ihrer Anerkennung als Flüchtlinge auf Jobsuche gehen. «Viele Verfahren werden noch eine Weile laufen. Daher ist es derzeit schwer zu sagen, wann die erste Welle von arbeitssuchenden Flüchtlingen bei den Jobcentern zu erwarten ist», meint etwa Commerzbank-Ökonom Eckart Tuchtfeld.

Zuversicht weckte derweil die Bundesagentur mit guten Nachrichten zum aktuellen Stellenangebot. Danach kletterte die Zahl der zu besetzenden Jobs im November auf ein neues Rekordniveau. Die BA beruft sich dabei auf den monatlich ermittelten Stellenindex BA-X; dieser war im November auf den neuen Rekordwert von 206 Punkten geklettert - und damit vier Punkte höher als im Oktober.

Als Beschäftigungstreiber erweist sich auch die Zuwanderung von Flüchtlingen. So sei die stark gestiegene Nachfrage nach Wach- und Sicherheitspersonal, bei Sozialdiensten und der öffentlichen Verwaltung auffällig. «Dieser Zuwachs dürfte vor allem mit dem hohen Bedarf an Arbeitskräften im Umfeld des Flüchtlingsmanagement zusammenhängen», betont die Bundesagentur. Freie Stellen gebe es außerdem im Handel sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.