Vom Abseits-Aufreger bis zur Kernfrage des Letzten

Ein Doppel-Torschütze, der eigentlich nur ein einfacher hätte sein dürfen. Ein Tabellenletzter mit einem Problem und noch etwas mehr. Ein paar Schlaglichter des bisherigen 19. Spieltages in der Fußball-Bundesliga:

Vom Abseits-Aufreger bis zur Kernfrage des Letzten
Bernd Thissen Vom Abseits-Aufreger bis zur Kernfrage des Letzten

DER AUFREGER

Es war knapp. Aber für die Beteiligten war es klar: Es war Abseits. «Es war schwer zu übersehen», räumte sogar BVB-Trainer Thomas Tuchel ein. «Fakt ist, es ist Abseits. Fakt ist, es ist spielentscheidend», gestand Schiedsrichter Guido Winkmann. Nur nützte das den angesäuerten, weil punktlosen Ingolstädtern nach dem 0:2 in Dortmund nichts. Der Treffer von Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang zum 1:0 zählte. Auch wenn alle sahen, dass er das eigentlich nicht hätte tun dürfen. Der Ingolstädter Ärger sei «absolut nachvollziehbar», meinte BVB-Kapitän Mats Hummels: «Wenn man ein Abseitstor kassiert und die Heimmannschaft den Fehler macht, es auf der Video-Leinwand einzublenden, dann ist das doppelt und dreifach ärgerlich.»

DER TREFFSICHERE

Auch wenn Treffer Nummer 1 gar nicht hätte zählen dürfen, ein einwandfreies Tor gelang Pierre-Emerick Aubameyang auch noch. Nach 19 Spieltagen kommt Afrikas Fußballer des Jahres auf 20 Tore. Zum Vergleich: Sage und schreibe vier Mannschaften in der Bundesliga schafften nach 18. bzw. 19 Meisterschaftsrunden mit jeweils der gesamten Belegschaft genauso viele oder weniger Tore: 19 in 19 gelangen dem SV Darmstadt 98 und Hannover 96, auf 19 in 18 Spielen kommt der 1. FC Köln, 18 in 18 verbucht 1899 Hoffenheim und nur 12 Tore in 19 Spielen erzielten die von Aubameyang nahezu im Alleingang besiegten Ingolstädter.

DIE DRUCKABBAUER

Nichts entkräftet Kritik besser als Erfolg. «Nach dem Spiel gegen Bremen, in dem wir viele Chancen vergeben und unnötig verloren haben, war das die richtige Antwort. Darum ging es, das ist uns gelungen», kommentierte Schalkes Trainer André Breitenreiter den 2:0-Sieg über Darmstadt. Hatte er sich doch in den vorangegangenen Tagen und dem 1:3 gegen den SV Werder öffentlicher Kritik ausgesetzt gesehen. Unruhe herrschte in Gelsenkirchen. Und jetzt? Zufriedenheit und auch ein bisschen Stolz - oder wie es Torhüter Ralf Fährmann formulierte: «Ich bekomme das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht und freue mich auf die Heimfahrt.»

DIE KERNFRAGE

Was soll man da sagen? Thomas Schaaf hat eine bemerkenswerte Diagnose über die Spielweise seiner Hannoveraner Mannschaft abgeliefert. Wieder eine Niederlage, nach dem 1:2 zuhause gegen Aufsteiger Darmstadt nun ein 0:3 gegen Bayer 04 Leverkusen. «So blöd sich das anhört, aber wir haben trotz des 0:3 besser gespielt als gegen Darmstadt», meinte Schaaf und kam zum Punkt: «Das Problem ist, dass wir noch nicht herausgefunden haben, was mir mit dem Ball machen sollen, wenn wir ihn haben.» All zu viel Zeit sollten sich die Niedersachsen mit der Problemlösung nicht lassen bei Platz 18 von 18 Mannschaften und sieben Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz.