Von der Leyen besucht Bundeswehrsoldaten im Syrieneinsatz

Knapp zwei Wochen nach dem ersten deutschen «Tornado»-Flug über Syrien hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die 220 Bundeswehrsoldaten auf dem türkischen Nato-Stützpunkt Incirlik besucht.

Von der Leyen besucht Bundeswehrsoldaten im Syrieneinsatz
Falk Bärwald Von der Leyen besucht Bundeswehrsoldaten im Syrieneinsatz

Nach einem Gespräch mit dem türkischen Verteidigungsminister Ismet Yilmaz auf dem Stützpunkt sagte von der Leyen: «Wir sind hier gemeinsam, weil wir die Fluchtursachen bekämpfen wollen.»

Deutschland habe über eine Million Flüchtlinge aufgenommen, die Türkei mehr als zwei Millionen. Viele von ihnen seien vor der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geflohen. Yilmaz sagte, der Terror dürfe keine Chance bekommen, egal von welcher Gruppe er ausgehe.

Die Aufklärungsflüge der sechs «Tornados» sind ein deutscher Beitrag zum Kampf gegen den IS in Syrien. In Incirlik sind aktuell 220 Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Ihre Zahl soll nach Angaben eines Presseoffiziers in den kommenden Wochen noch leicht steigen, da die Soldaten bei der aktuellen Personalstärke eine Sieben-Tage-Woche haben. 

Die Dauerdebatte über mängelbehaftete Waffensysteme der Bundeswehr hatte kurz vor der Reise der Ministerin neue Nahrung erhalten, als bekanntwurde, dass die in Incirlik stationierten «Tornados» aus technischen Gründen derzeit nicht nachts fliegen können. Von der Leyen erklärte, die mangelnde Nachtsichtfähigkeit sei kein großes Problem. Und: «Ich finde es nur wichtig, dass wir das in der Relation zur Leistung der "Tornados" sehen.»

Die Verteidigungsminister Frankreichs und der USA hatten am Mittwoch betont, alle Mitglieder der Anti-IS-Koalition müssten maximale Anstrengungen unternehmen, um eine Ausbreitung der Terrormiliz zu verhindern - auch die arabischen Staaten. Der türkische Verteidigungsminister sagte: «Die Türkei ist bereit, all ihre Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen im Kampf gegen den Terror.» 

Die in Incirlik stationierten Bundeswehrsoldaten liefern Aufklärungsbilder, die von anderen Staaten genutzt werden, um Ziele für Luftangriffe auszuwählen. Die Bundeswehr selbst bombardiert nicht. Am Syrieneinsatz beteiligt sich die Bundeswehr außerdem mit einem Flugzeug zur Luftbetankung sowie mit der Fregatte «Augsburg», die im Persischen Golf einen französischen Flugzeugträger schützt. Der Bundestag hat für die gesamte Operation eine Mandatsobergrenze von 1200 Soldaten festgelegt.