Von der Leyen gegen Totalabzug der Truppen aus Afghanistan

i-Scharif (dpa) - Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat den Willen Deutschlands zur Fortsetzung des militärischen Engagements in Afghanistan auch nach 2014 bekräftigt.

«Die Kampfmission Isaf geht zu Ende. Aber hier ist enorm viel erreicht worden, und das wollen wir sichern», sagte die CDU-Politikerin nach einem Treffen mit dem Kommandeur der Nato-geführten Truppe Isaf, US-General Joseph Dunford, in Masar-i-Scharif. «Was begonnen worden ist, wollen wir auch vollenden.»

Die Nato beendet in einem Jahr ihren offiziellen Kampfeinsatz in Afghanistan, will danach aber mit Ausbildern und Beratern im Land bleiben. Deutschland hat bis zu 800 Soldaten für den Folgeeinsatz angeboten. Voraussetzung ist aber, dass der afghanische Präsident Hamid Karsai ein Abkommen unterzeichnet, das den ausländischen Truppen Freiheit vor Strafverfolgung in Afghanistan verschafft. Bislang verweigert Karsai die Unterschrift. Von der Leyen nannte es dennoch «sehr realistisch», dass das Abkommen rechtzeitig unterzeichnet werde.

Die USA haben mit einem Totalabzug aus Afghanistan gedroht, falls das Abkommen nicht unterzeichnet wird. Auch Dunford zeigte sich optimistisch, dass es dazu nicht kommen wird. Er lobte das deutsche Engagement in Afghanistan. «Das Wichtigste, das die Deutschen dem afghanischen Volk gebracht haben, ist Hoffnung», sagte er. Am Samstag hatte die Nato mit Afghanistan Verhandlungen über den Status der Truppen nach Ende des Kampfeinsatzes aufgenommen.

Von der Leyen nannte die Sicherheitslage in Afghanistan «fragil». Im Norden des Landes sei es aber «sehr viel stabiler» als in den anderen Landesteilen. Positiv äußerte sich die Ministerin dazu, dass die Registrierung für die Präsidentenwahl im April gut in der Zeit liege. «Auch das spricht ja dafür, dass geordnete, sichere Verhältnisse immer fester verankert werden hier im Land.»