Von der Leyen schweigt in Stanford zur Plagiatsaffäre

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat sich in einem Vortrag an der kalifornischen Stanford-Universität zu politischen Fragen geäußert, nicht aber zur Plagiatsaffäre um ihre Doktorarbeit.

Von der Leyen schweigt in Stanford zur Plagiatsaffäre
Barbara Munker Von der Leyen schweigt in Stanford zur Plagiatsaffäre

Die Entscheidung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), ihr den Doktortitel nicht zu entziehen, kam beim Auftritt der CDU-Politikerin am Mittwochnachmittag (Ortszeit) an der renommierten Hochschule gar nicht zur Sprache. Wie ihr Sprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte, wollte die Ministerin zu diesem Zeitpunkt keine weitere Erklärung abgeben.

In einer ersten Reaktion hatte sich von der Leyen am Mittwoch erleichtert über die Entscheidung gezeigt, aber auch Selbstkritik geübt. «Teile meiner damaligen Arbeit entsprechen nicht den Maßstäben, die ich an mich selber stelle», hieß es in einer in Berlin veröffentlichten Erklärung.

Der Senat der Hochschule hatte zuvor nach monatelanger Prüfung «klare Mängel» in ihrer Doktorarbeit von 1990 festgestellt. Es handele sich aber um handwerkliche Fehler, eine Täuschungsabsicht habe nicht vorgelegen. Deswegen könne sie ihren akademischen Titel behalten.

Die Verteidigungsministerin war bei der Bekanntmachung der Senatsentscheidung auf dem Weg von Washington nach San Francisco. Dort standen unter anderem eine Begegnung mit dem früheren US-Außenminister George Shultz und ein Treffen mit Experten für Flüchtlingsfragen an. Für Donnerstag war die Rückreise der CDU-Politikerin nach Berlin geplant.