Von der Leyen will umstrittene Sturmgewehre G36 ersetzen

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will die rund 167 000 G36-Sturmgewehre der Bundeswehr wegen massiver Probleme bei der Treffsicherheit ersetzen.

Von der Leyen will umstrittene Sturmgewehre G36 ersetzen
Christian Charisius Von der Leyen will umstrittene Sturmgewehre G36 ersetzen

Die Konsequenz aus einem Expertengutachten zu Präzisionsmängeln sei, «dass das G36, so wie es heute konstruiert ist, keine Zukunft in der Bundeswehr hat», sagte die CDU-Politikerin nach einer Sitzung des Bundestags-Verteidigungsausschusses.

Sie schloss aber nicht aus, dass der Ersatz auch ein verändertes G36 sein kann. Es werde jetzt «mit Hochdruck an einem Ersatz» für die Standardwaffe der Bundeswehr gearbeitet, betonte von der Leyen.

Die Opposition will zunächst noch keinen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu der Affäre einsetzen. Zunächst soll die Aufklärung im Verteidigungsausschuss fortgesetzt werden, hieß es nach der Sitzung. Linke und Grüne wollen auch den früheren Verteidigungsminister und heutigen Innenminister Thomas de Maizière befragen.

Erste Hinweise auf die Präzisionsprobleme bei dem Gewehr des Herstellers Heckler & Koch aus Baden-Württemberg gab es schon 2010. Schon im März 2012 wurden sie von der Rüstungsabteilung des Ministeriums als «erheblicher Mangel» von «erheblicher Einsatzrelevanz» eingestuft. Auch der damalige Minister de Maizière wusste zu diesem Zeitpunkt schon davon.