Vonn gewinnt Abfahrt von Lake Louise - Rebensburg Fünfte

Nach ihrer famosen Siegfahrt warf sich Lindsey Vonn erleichtert in den Schnee und streckte die Hände in die Höhe. In ihrer erst zweiten Abfahrt auf Spitzebene nach fast einjähriger Verletzungspause feierte die US-Skiikone in Lake Louise überlegen den 60. Weltcup-Sieg ihrer eindrucksvollen Karriere.

Vonn gewinnt Abfahrt von Lake Louise - Rebensburg Fünfte
Mike Sturk Vonn gewinnt Abfahrt von Lake Louise - Rebensburg Fünfte

Nach zwei Kreuzbandrissen und einer langen Leidenszeit präsentierte sich die Olympiasiegerin von 2010 fast schon wieder so stark wie in alten Zeiten und distanzierte ihre zweitplatzierte Teamkollegin Stacey Cook um fast eine halbe Sekunde. Julia Mancuso machte als Tagesdritte einen historischen US-Dreifachsieg perfekt.

«Das war das perfekte Comeback», kommentierte Vonn mit Tränen in den Augen. «Das ist wirklich unglaublich und sehr emotional. Ich genieße diesen Sieg sehr, denn es war ein langer Weg zurück.» Der 30 Jahre alten Ausnahmesportlerin fehlen damit in der ewigen Rangliste nur auch noch zwei Siege zur österreichischen Rekordhalterin Annemarie Moser-Pröll, die 62 Weltcup-Erfolge eingefahren hat. Vonn hat es zu ihrem klaren Ziel erklärt, diese Marke zu knacken und sich «als bester Skifahrerin aller Zeiten» ein Denkmal zu setzen. Aus deutscher Sicht überzeugte Viktoria Rebensburg als Fünfte; 0,76 Sekunden trennten sie im Ziel von der überlegenen Vonn.

Im Super-G der Männer auf der WM-Strecke von Beaver Creek enttäuschten dagegen die drei gestarteten Athleten des Deutschen Skiverbandes (DSV). Beim Sieg des Österreichers Hannes Reichelt, der eine 1009 Tage andauernde Sieglosserie der österreichischen Herren in dieser Weltcup-Disziplin beendete, war Josef Ferstl als 40. noch der Beste des Trios. Andreas Sander und Klaus Brandner schieden aus, Tobias Stechert hatte angeschlagen auf einen Start verzichten müssen. «Das ist eigentlich nicht zufriedenstellend. Das zeigt, dass wir noch deutlich Aufholbedarf haben», bemängelte DSV-Alpinchef Wolfgang Maier.

Damit riss im vierten Herren-Speedrennen der neuen Weltcup-Saison auch die Siegesserie des norwegischen Skirennfahrers Kjetil Jansrud. Der Olympiasieger musste sich nach zuvor drei Erfolgen bei drei Starts Reichelt geschlagen geben, landete aber immerhin auf Platz zwei. Dritter wurde trotz eines Fahrfehlers der Franzose Alexis Pinturault.

Im Mittelpunkt aber stand Vonn, die knapp 23 Monate nach ihrem bis dato letzten Sieg in einer Weltcup-Abfahrt wieder zuschlug. Schon am Freitag hatte sie nach Rang acht in der ersten Abfahrt von Lake Louise von einem «supercoolen» Comeback gesprochen. Zwei Monate vor den Welttitelkämpfen in ihrer Heimat Vail und Beaver Creek hat sich Vonn mit aller Macht zurückgemeldet - das lässt sich schon vor dem Super-G am Sonntag zum Abschluss des Rennwochenendes in Kanada sagen. Überhaupt ist Lake Louise eine von Vonns Lieblingsstrecken: 21-mal schaffte es die 30-Jährige in «Lake Lindsey» in Abfahrt und Super-G inzwischen schon auf das Podest, darunter sind jetzt 15 Siege. Nicht annährend mithalten konnten die weiteren DSV-Athletinnen neben Rebensburg: Michaela Wenig wurde 42., Veronique Hronek schied aus.

Für diesen Sonntag ruhen die deutschen Hoffnungen vor allem auf den Technik-Assen unter den Herren. Neben Fritz Dopfer und Stefan Luitz soll auch der noch immer leicht angeschlagene Felix Neureuther beim Riesenslalom in Beaver Creek starten. Alpinchef Maier gab am Rande des Super-G die Erlaubnis für einen Einsatz des 30-Jährigen. Neureuther hatte wegen der Folgen einer Entzündung am Lendenwirbel einen Start zuletzt noch offen gelassen.