Vor EU-Gipfel: Militärstratege fordert Reformen

Der oberste Militärberater von EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton, General Wolfgang Wosolsobe, hat Reformen in der europäischen Verteidigungs- und Sicherheitspolitikpolitik gefordert.

«Wir müssen im Großen und Kleinen schneller verfügbar sein, wir brauchen schnellere Abläufe in der Kräftebereitstellung», sagte der Generaldirektor des Militärstabs der Europäischen Union (EUMC) der «Welt» (Donnerstag). Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen von diesem Donnerstag an bei einem zweitägigen Gipfel in Brüssel über die Zusammenarbeit in der Verteidigungspolitik beraten.

Wosolsobe forderte auch eine einheitliche Ausstattung bei der militärischen Ausrüstung: «Je weniger Gerätetypen wir im Einsatz haben, desto besser. Derzeit sind wir doch sehr aufgesplittert.» Dies habe sich bei mehreren EU-Operationen als nachteilig erwiesen, beispielsweise im Tschad. Wosolsobe regte an, die EU-Länder sollten künftig weniger auf Souveränität pochen. «Es wäre hilfreich, wenn sich jedes Land fragen würde: Mit wem kann ich dieses oder jenes zusammen machen, anstatt zu sagen: Wie kann ich das am besten alleine tun?»