Vorerst letzter Post-Warnstreik: Pause bis 14. April

Mit bundesweiten Warnstreiks hat Verdi die Deutschen Post im Tarifkonflikt um kürzere Arbeitszeiten erneut unter Druck gesetzt. Nach Angaben der Gewerkschaft beteiligten sich wieder rund 10 000 Brief- und Paketzusteller in nahezu allen Bundesländern an den Ausständen.

Das sei ein deutliches Signal der Beschäftigten, erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. Der Postvorstand müsse in der nächsten Verhandlungsrunde ein «seröses» Angebot vorlegen, fordert sie. Bis zum 14. April setzte Verdi deshalb die Warnstreiks aus.

Der Deutschen Post zufolge waren es 5000 Mitarbeiter, die sich an punktuellen Warnstreiks beteiligt hätten. Dabei sei in zehn Prozent aller Standorte zu Aktionen aufgerufen worden. In den Paket- und Briefsortierzentren habe es keine Streikmaßnahmen gegeben.

Nach ersten Schätzungen der Post wurden rund 4,8 Millionen Briefe und 240 000 Pakete nicht ausgeliefert. Die Zustellung soll nun am Samstag erfolgen.

Durch ein Einsatz von Mitarbeitern aus dem Verwaltungs- und Vertriebsbereich seien die Auswirkungen für die Kunden sehr gering gehalten worden, erklärte die Post. Am Mittwoch hatten Verdi zufolge bei bundesweiten Warnstreiks mehr als 10 000 Brief- und Paketzusteller ihre Arbeit ruhen lassen. Sechs Millionen Briefe und 300 000 Pakete blieben der Post zufolge liegen.

Hintergrund der Warnstreiks ist die Ausgründung von neuen Gesellschaften im Paketgeschäft, wo die Beschäftigten zum Teil deutlich schlechter bezahlt werden als im Mutterkonzern. Als Ausgleich dafür verlangt Verdi eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden mit vollem Lohnausgleich. In der ersten Verhandlungsrunde Mitte März hatten die Tarifpartner keine Annäherung erzielt.

Verdi wirft dem Arbeitgeber vor, mit der Gründung der regionalen Gesellschaften unter dem Dach der DHL Delivery und dem Aufbau eines bundesweit Paketnetzes tarifliche Vereinbarungen zum Schutz vor Fremdvergabe im Paketgeschäft gebrochen zu haben.

In den neuen regionalen Gesellschaften seien bereits 5500 Menschen dauerhaft beschäftigt, hält die Post dagegen. Davon hatten 3800 zuvor eine befristete Arbeitsstelle im Mutterkonzern, 1700 wurden neu eingestellt. Post-Chef Frank Appel hatte die Neuordnung der Paketsparte damit begründet, dass Kosteneinsparungen nötig seien, um wettbewerbsfähig zu bleiben.