Vorstands-Boni beschäftigen VW-Aufsichtsrats-Spitze

Die Aufarbeitung der Abgas-Affäre und der Streit um die Manager-Boni beschäftigen die Spitze des VW-Aufsichtsrats. Eine abschließende Entscheidung zu den Prämien wird aber nach Informationen von Insidern noch nicht fallen.

Vorstands-Boni beschäftigen VW-Aufsichtsrats-Spitze
Rainer Jensen Vorstands-Boni beschäftigen VW-Aufsichtsrats-Spitze

Im Gespräch sind bei dem Treffen des Präsidiums Informationen aus Aufsichtsrats-Kreisen zufolge verschiedene Vorschläge zum Umgang damit. Es stünden Ideen zu Kürzungen von 30 Prozent und mehr im Raum. Denkbar sei auch, einen Teil der Boni in eine Stiftung abzuführen.

Die Boni sind ein sehr heikles Thema für den kriselnden Konzern. Die Höhe und ein möglicher freiwilliger Verzicht haben im Strudel des Abgas-Skandals auch große öffentliche Signalwirkung. Aber die variablen Vorstandsvergütungen sind vertraglich fest geregelt. Etwaigen Änderungen müssten die Vorstände also erst zustimmen. Auch der in der Affäre zurückgetretene Konzern-Vorstandschef Martin Winterkorn hat noch finanzielle Ansprüche, er hat nach wie vor einen gültigen Vertrag.

VW hatte im September nach Vorwürfen der US-Behörden eingeräumt, in großem Stil Manipulations-Software in Diesel-Autos installiert zu haben. Durch das Betrugsprogramm wird die Abgasreinigung nur im Testmodus voll aktiviert. Im Normalbetrieb ist der Stickoxid-Ausstoß um ein Vielfaches höher.