VW-Absatz in der EU sinkt gegen den Trend

Volkswagen muss mitten in der Aufarbeitung des Abgasskandals Absatzrückgänge hinnehmen. Im Oktober sanken die Auslieferungen des Marktführers in der Europäischen Union gegen den Trend.

In den USA wollen VW-Konzernmanager Ende dieser Woche mit Vertretern der US-Umweltbehörden zusammenkommen. Bei dem Treffen sollen Vorschläge vorgestellt werden, wie die Abgasmanipulationen behoben werden können.

Bisher gibt es zwar noch keine massiven Auswirkungen des Skandals auf den Absatz. Im Oktober aber ging die Zahl der Neuzulassungen in der EU beim VW-Konzern um 0,5 Prozent auf knapp 277 000 Fahrzeuge zurück.

Der Marktanteil des europäischen Branchenprimus sank im Vorjahresvergleich von 25,9 auf 25,1 Prozent, wie der Branchenverband Acea am Dienstag mitteilte. Insgesamt stieg die Zahl der neu zugelassenen Pkw in der EU im Oktober um 2,9 Prozent auf rund 1,1 Millionen Autos.

Zwischen Bestellung und Auslieferung der Autos liegen allerdings meist mehrere Wochen oder sogar Monate. Deswegen könnte sich der Skandal um manipulierte Abgastests, der Mitte September bekannt wurde, in den kommenden Monaten stärker auf die VW-Auslieferungen niederschlagen.

Im Einzelnen ging der Absatz der Konzern-Kernmarke VW mit Modellen wie dem Golf und dem Passat im Oktober in der EU im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,2 Prozent zurück. Die spanische Tochter Seat verzeichnete ein Minus von 11,4 Prozent, Skoda lag bei minus 2,6 Prozent. Dagegen gab es für Audi einen Zuwachs von 4,1 Prozent, für Porsche ein Plus von 13,9 Prozent.

VW hatte mit Hilfe einer Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert. Dabei ging es Werte für das gesundheitsschädliche Stickoxid. Außerdem hatte VW bei 800 000 Autos falsche Angaben zum Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) gemacht.

Negative Auswirkungen der Manipulationen auf die Gebrauchtfahrzeugpreise gibt es bislang nicht, wie das Forschungsinstitut Deutsche Automobil Treuhand unter Berufung auf Marktuntersuchungen mitteilte. Dies gelte sowohl für die betroffenen VW-Dieselfahrzeuge als auch für den Gesamtmarkt. Es würden aber frühestens in einigen Wochen belastbare Erkenntnisse vorliegen.

Zu Medienberichten, wonach sich der CO2-Skandal ausweite, sagte ein VW-Sprecher in Wolfsburg, davon könne keine Rede sein. «An der Gesamtzahl von 800 000 möglicherweise betroffenen Fahrzeugen hat sich nichts geändert.» VW hatte bereits am Freitag mitgeteilt, gut die Hälfte der vom CO2-Skandal betroffenen Autos stamme aus dem Modelljahr 2016.

An dem geplanten Treffen der VW-Manager mit den US-Umweltbehörden soll unter anderem der Chef der VW-Motorenentwicklung, Friedrich Eichler, teilnehmen. In Konzernkreisen wurden entsprechende Medienberichte bestätigt.

Die kalifornische Umweltbehörde CARB hatte VW eine Frist bis Freitag gesetzt, um Pläne zu präsentieren, wie VW die Manipulationen beheben will. In den USA sind rund 500 000 Autos des VW-Konzerns betroffen. Die EPA hatte vor zwei Monaten über die Manipulationen berichtet und damit den Skandal ausgelöst.